Neues Einzelhandelsgutachten für Ochtrup

Stadtplaner befragen Kunden und Kaufleute


Fragen über Fragen: Um eine möglichst genaue Grundlage für das neue Einzelhandelsgutachten zu bekommen, hat das Planungsbüro umfangreiche Erhebungsbögen ausgearbeitet. „Die Anonymität der Befragten bleibt dabei selbstverständlich gewahrt“, versichert Marc Föhrer.Foto:
Fragen über Fragen: Um eine möglichst genaue Grundlage für das neue Einzelhandelsgutachten zu bekommen, hat das Planungsbüro umfangreiche Erhebungsbögen ausgearbeitet. „Die Anonymität der Befragten bleibt dabei selbstverständlich gewahrt“, versichert Marc Föhrer.Foto:
(Anne Eckrodt)


Ochtrup - Wie kann die Innenstadt vom EOC profitieren? Was braucht sie, damit Outlet-Besucher auch dorthin kommen? Antworten auf diese und viele andere Fragen soll ein neues Einzelhandelsgutachten bringen. Das hat die Stadt jetzt bei dem Dortmunder Planungsbüro Stadt und Handel in Auftrag gegeben - allerdings nicht ganz freiwillig. Die Bezirksregierung hatte darauf gedrängt. Ohne ein solches Konzept, so das eindeutige Signal aus Münster, hätte Ochtrup die Hoffnung auf Fördermittel für die Stadtentwicklung gleich begraben können (unsere Zeitung berichtete).

Die Zeit für das Gutachten drängt. Entsprechend eng gesteckt ist der Ablaufplan, den Marc Föhrer, Mitinhaber des Planungsbüros, zusammen mit der Stadtverwaltung aufgestellt hat. Da passt es gut, dass Ochtrup für den Diplom-Ingenieur kein Neuland ist. Er hat bereits im Zuge des EOC-Erweiterungsverfahrens 2006 ein Gutachten erstellt - damals noch für seinen ehemaligen Arbeitgeber, das Büro Junker und Kruse. „Daher gibt es fast keine Kommune im Münsterland, die ich nicht kenne“, erklärte Föhrer bei einem Pressegespräch im Rathaus. Und Bürgermeister Kai Hutzenlaub fügte hinzu: „Für uns ist es wichtig, jemanden zu haben, der die Prozesse kennt und ein Gefühl für die Situation hat.“


Das Einzelhandelsgutachten soll am Ende weit mehr sein als eine bloße Zusammenstellung von Kundenwünschen und Passantenfrequenzen. Es dient als Grundlage für die künftige Entwicklung der Einzelhandelsstandorte. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der historischen Innenstadt. Zudem dient das Konzept als Grundlage für die Beurteilung von Bauvoranfragen. „Auf diese Weise wird es auch rechtlich relevant. Politik und Verwaltung entscheiden anhand dessen, wo ist Einzelhandel gewünscht und wo nicht“, machte Föhrer deutlich. Für Claudia Werremeier vom Bauamt der Stadt Ochtrup hat das Gutachten noch einen weiteren Vorteil: „Es bietet Investoren eine Planungssicherheit, weil wir sagen können, da macht ein bestimmtes Vorhaben Sinn und da nicht.“

Während Verwaltung und Planer auf die Auskunftsfreude der Befragten setzen, schweigen sie sich selbst zu in einem Punkt aus: der Kostenfrage. „Das Gutachten liegt unter der Grenze von 20000 Euro, so dass der Bürgermeister alleine über die Vergabe entscheiden kann“, ließ sich Werremeier als Einzige in der Runde eine - wenn auch vage - Aussage entlocken. Für ihren Chef war ohnehin klar: „Wenn die Bezirksregierung sagt, wir sollen ein Einzelhandelskonzept in Auftrag geben, um die Chance auf Förderung unseres Stadtentwicklungskonzeptes zu wahren, wäre es dumm gewesen, das nicht zu tun.“

VON ANNE ECKRODT, OCHTRUP


04 · 02 · 12



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