Berührender Brief nach einer Organspende


Ein berührendes Schreiben eines Menschen, der vor wenigen Wochen ein Organspenderherz bekommen hat, fand Marietheres Rudolph-Meier als Flaschenpost beim Sonntagsspaziergang an der Ems.
Ein berührendes Schreiben eines Menschen, der vor wenigen Wochen ein Organspenderherz bekommen hat, fand Marietheres Rudolph-Meier als Flaschenpost beim Sonntagsspaziergang an der Ems.
(Foto: Rapreger)


Rheine. Zuerst dachte Marietheres Rudolph-Meier an die Aktion eines Kindes, als sie beim Sonntagsspaziergang an der Ems eine Plastikflasche mit einem Schriftstück am Ufer unweit der Delsenbrücke entdeckte. „Ich dachte, da hat ein Kind eine Flaschenpost aufgegeben und wartet jetzt sehnsüchtig auf Antwort“, sagte sie. Von daher nahm sie die Flasche an sich und öffnete sie zu Hause. „Was ich dann las, hat mich dann doch sehr berührt“, erzählte sie.

„Hallo mein Lebensretter“, begann der Brief, der ganz offensichtlich von einem Erwachsenen verfasst worden war. Der Autor habe sich entschieden diesen Brief zu schreiben, auch wenn er wisse, dass er den Adressaten nicht erreichen werde. „Weder Deine Angehörigen noch Du werden diesen Brief lesen können, denn ich bin es, bei dem Dein Herz seit dem 10. Dezember 2011 weiterschlägt und mir so ein neues Leben ermöglicht“, heißt es weiter.


Weder sei man sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jemals begegnet noch werde der Empfänger des Spenderherzens die Familie kennenlernen, die sicherlich um den Verstorbenen trauere. „Und doch sind wir nunmehr seit ein paar Tagen untrennbar miteinander verbunden“, schrieb der Unbekannte. Es sei ihm deshalb ein Bedürfnis, dem Spender dafür zu danken, dass er ihm diese Chance ermöglicht hat. „Die Ärzte (und natürlich auch ich) sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Transplantation“, schrieb er weiter und fügte hinzu: „Originalton des Kardiologen: Ihr beide versteht Euch.“ Der Brief endet mit der Schlussformel: „Ich wünsche Dir und auch Deiner Familie (wo auch immer Du jetzt bist) allzeit Gottes Segen und Schutz.“

Für Marietheres Rudolph-Meier ist klar, dass sie das Schreiben in Ehren halten wird. „Da hat jemand wohl das Bedürfnis gehabt, seiner Dankbarkeit für eine Organspende irgendwie einen Ausdruck zu geben und hat das Mittel der Flaschenpost gewählt“, meint sie.

VON PAUL NIENHAUS


02 · 02 · 12





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