Überparteilicher Zusammenschluss

Die Wald-Eisenbahn retten


So soll es auch künftig sein: Die Züge pendeln zwischen Ibbenbüren und Paderborn - natürlich über Tecklenburg.
So soll es auch künftig sein: Die Züge pendeln zwischen Ibbenbüren und Paderborn - natürlich über Tecklenburg.


Tecklenburg - „Aktionsbündnis pro TWE“ - so nennt sich die neu gegründete Initiative, deren Ziele der langfristige Erhalt und die regelmäßige Nutzung der Strecke der Teutoburger Wald-Eisenbahn AG (TWE) vor allem im Bereich des Tourismus sind. Aber auch eine Wiederbelebung des Güterverkehrs steht auf der Agenda.

Das Aktionsbündnis pro TWE ist nach eigenen Angaben ein überparteilicher Zusammenschluss von fachkundigen Privatpersonen sowie Mitgliedern des „Teuto-Express“-Betreibers, der seit über 30 Jahren Dampfzugfahrten auf der Teutoburger Wald-Eisenbahn durchführt.


Die knapp 100 Kilometer lange Strecke der Teutoburger Wald-Eisenbahn verläuft von Ibbenbüren über Tecklenburg, Lengerich und Gütersloh bis nach Hövelhof bei Paderborn. Aufgrund zweier Bahndammschäden bei Tecklenburg und Bad Iburg ist die TWE-Strecke nicht mehr durchgängig befahrbar, was die sehr beliebten Dampfzugfahrten des Vereins Eisenbahn-Tradition von den touristisch interessantesten Zielen fernhält.

Für den Tourismus im Teutoburger Wald drohe damit ein nicht zu unterschätzendes Zugpferd verloren zu gehen, was auch für gastronomische Betriebe in den Anliegerorten finanziell spürbar würde, heißt es in einer Mitteilung des Bündnisses.

Eine für die kommenden Jahre geplante Ausweitung des touristischen Angebots auf regelmäßige Wochenendfahrten von Mai bis Oktober mit besonderem Fokus auf den Fahrradtourismus liefe ins Leere.

Darüber hinaus habe der Eigentümer der Teutoburger Wald-Eisenbahn, die international tätige Captrain-Gruppe, das Nutzungsentgelt pro Streckenkilometer im Dezember 2011 von 3,95 auf 19,79 Euro erhöht. Der Verein Eisenbahn-Tradition, der ausschließlich mit ehrenamtlichen Kräften alte Lokomotiven, Personen- und Güterwagen der Nachwelt betriebsfähig erhalte, sei beim besten Willen nicht in der Lage, solche um 500 Prozent erhöhten Trassenpreise zu zahlen.

„Das gegenwärtige Vorgehen der Captrain-Gruppe zeigt deutlich, wie wenig Interesse das Unternehmen am betriebsfähigen Erhalt der gesamten TWE-Strecke hat. Interessant bleibt für Captrain einzig der Abschnitt von Versmold über Gütersloh nach Hövelhof, mit dem sich im Falle der angestrebten Wiederaufnahme des regelmäßigen Schienenpersonenverkehrs gutes Geld verdienen ließe“, schreibt das Bündnis weiter.

Zunächst will man das Gespräch suchen mit allen politischen Kräften im Bereich der Strecke, um Lösungsmöglichkeiten für den dauerhaften Erhalt aufzuzeigen. Unterstützung erfährt das Bündnis dabei von der Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) aus Bonn, die deutschlandweit bereits erfolgreich mehrere Bahnstrecken vor der Stilllegung bewahrt und den Betrieb reaktiviert hat.

Andererseits werde aber auch zu prüfen sein, inwieweit Captrain seiner Instandhaltungspflicht hinsichtlich der Infrastruktur der Teutoburger Wald-Eisenbahn AG nachkomme. Noch sei die Bahnstrecke nicht stillgelegt, die Infrastruktur müsse also vom Eigentümer von Gesetz wegen betriebsfähig vorgehalten werden, teilt das Bündnis mit. Sollte Captrain die Strecke abgeben wollen, gebe es Interessenten zur Übernahme der Infrastruktur, um die Gleise der Teutoburger Wald-Eisenbahn in eine sichere Zukunft zu führen.



02 · 02 · 12





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