Kurzhaarige Hunde oder Hunde, die sich nicht viel bewegen, sollten bei Minusgeraden Decken tragen. Foto: (A3542 Karl-Josef Hildenbrand)
Warendorf - Die Kälte hat Deutschland seit einigen Tagen fest im Griff. Und auch Warendorf bibbert und zittert. Schließlich fallen die Temperaturen zum Teil in den zweistelligen Minusbereich. Wer freut sich über den Kälteeinbruch und wer kann darauf verzichten? Höchste Zeit eine Bilanz zu ziehen - schließlich sollen die tiefen Temperaturen die nächsten Tage noch anhalten.
Es verspricht Spaß für die ganze Familie: Das Basketballfeld am Emssee ist geflutet worden und hat sich in kürzester Zeit in eine Eisbahn verwandelt. Für Schlittschuh-Fans ist das gefrorene Wasser eine wirklich schöne Begleiterscheinung der Minusgrade, die man prima nutzen kann.
Die Schlittschuhbahn macht sich auch im Sportgeschäft Intersport Kuschinski bemerkbar: „Wir haben in den letzten Tagen zahlreiche Schlittschuhe verkauft“, sagt Wolfgang Kuschinski. Neben Schlittschuhen sind Mütze, Schal und Handschuhe zurzeit besonders gefragt. „Dazu kommen Thermoleggins und Thermostrumpfhosen“, berichtet Christoph Berger vom Modehaus Ebbers. „Für diese Accessoires waren die letzten Tage die stärksten der Saison.“
Wenn es in die Minusgrade geht, ziehen wir uns wärmer an. Doch wie kommen unsere vierbeinigen Freunde mit der Kälte zurecht? „Vom 20 Grad warmem Wohnzimmer in die Minusgrade ist für die Hunde solange kein Problem, wie sie in Bewegung sind“, erklärt Tierarzt Dr. Bernhard Pavenstädt. Wenn Hunde jedoch zu lange im Kalten sitzen, können sie sich erkälten und Nierenprobleme bekommen, so der Tierarzt. Vor allem bei Hunden, die gerne mal ins Wasser springen, muss man zurzeit aufpassen und sie besonders gründlich abrubbeln. Für kurzhaarige Hunde sind Decken sinnvoll. Dann ist gegen einen frostig-winterlicher Spaziergang nichts einzuwenden.
Gefriert das Wasser jedoch in den Leitungen der Heizung, sinkt der Spaßfaktor drastisch. „Dass die Heizungsleitungen wie in diesen Tagen vielerorts einfrieren, hat es schon eine ganze Zeit nicht mehr gegeben“, berichtet Heizungssanitär Frank Kilanowski. „Komplette Ausfälle gibt es aber momentan weniger“, sagt er weiter, „es sind eher die älteren Heizungsanlagen, die gegen die große Kälte nicht ankommen.“
Die Sanitärbetriebe haben in diesen Tagen Hochkonjunktur. „Wir merken schon, dass mehr Aufträge reinkommen“, sagt Kilanowski. Dies deckt sich mit der Aussage von Heizung und Sanitär Heumann. „Es ist unruhiger als sonst“, sagt Heinz Benefader. Aber trotz der Überzahl an Hilferufen wird jedem einzelnen geholfen: „Wir müssen es irgendwie möglich machen. Bei dieser Kälte kommt keiner nachts ohne Heizung aus“, so Benefader.
Auf Hochkonjunktur laufen auch die Heizölbetriebe: „Wir sind über 100 Prozent ausgelastet“, so Thomas Heitmann von der Cremer-Heitmann GmbH an der Freckenhorster Straße. Bei der Raiffeisen-Warendorf sieht das nicht anders aus: „Die Nachfrage ist in den letzten Tagen extrem gestiegen. Das Telefon bimmelt ununterbrochen“, berichtet Thomas Lütke Zutelgte. „Normalerweise tankt der Verbraucher vor Beginn des Winters, also im Oktober oder November“, weiß Heitmann. Aufgrund der hohen Heizölpreise hätten die Leute im vergangenen Jahr aber nur kleinere Mengen bestellt. „Bei diesen Minustemperaturen macht sich das dann bemerkbar“, erklärt Heitmann.
Heute werden die Heizöltanker noch aktiv sein. Für Sonntag hat Cremer-Heitmann dann einen Notdienst eingerichtet, so dass keiner frieren muss. „Wir werden Heizölkanister vor Ort haben“, so Heitmann.
Großer Andrang herrscht auch bei den Autobetrieben: Volker König von Auto König hat alle Hände voll zu tun. Er fährt raus, wenn andere liegen geblieben sind und zählt damit zu den berühmten gelben Engeln des ADAC. „Das Hauptproblem sind die Batterien von älteren Autos“, weiß der Fachmann. Bei den kalten Temperaturen gehen die am schnellsten kaputt.
Beim ADAC kommt man in diesen Tagen telefonisch kaum durch und „Liegenbleiber“ müssen in dieser Region mit etwa einer Stunde Wartezeit rechnen, schätzt König.