Warendorf. Am Ende ist sie natürlich doch gesunken: Ihr Schicksal ist eben vorbestimmt. Und doch taucht die sagenumwobene Insel, größer als Asien und Libyen zusammen, seit ihrem Untergang immer mal wieder aus den Tiefen des Ozeans auf. Ein Mythos, der keine Ruhe finden darf. Diesmal ist es die deutschsprachige Musical-Version, die Atlas (ältester Sohn von Poseidon) und die Insel-Bevölkerung wieder zum Leben erweckt. Am Mittwochabend tauchte Atlantis im ausverkauften Theater am Wall unter begeistertem Applaus der Gäste aus dem Meer auf - und versank am Ende wieder. Deutschlandpremiere und gleichzeitig Auftakt zu sechs Aufführungen der Musical-Company des Gymnasium Laurentianum (die WN berichteten). Die Besetzungen wechseln zwischen blauem und rotem Team. Die Premiere bestritt das blaue Team. Den Schlusspunkt am 6. September setzt die rote Mannschaft.
Der Liebling des Publikums ist zweifelsohne Silvan (Lukas Hilleke), der der Inszenierung mit seinem Liebeslied „Adalena“ (Tochter von Atlas) den nötigen Schmelz verleiht. Musikalisch besticht die Show durch Chor- und einzelne Soloszenen, wobei „Halt dich an Helden“ ein Ohrwurm werden könnte. Stimmlich gut kommen Jabbadoor (Hermann Bedke), Zan-Zan (Jaschan Puthumailogan), Miranda (Rebecca Blanz) und Salene (Luisa König) beim Publikum an. Das applaudiert kräftig nach jedem Lied und honoriert damit die außergewöhnlichen Leistungen aller Mitwirkenden.
Naturgemäß steigert sich die Dramatik im zweiten Teil. Beeindruckend sind nicht nur Bühnenbild, Kostüme und Maske, sondern auch die aufwendige Technik, die vor allem den Untergang aufwendig in Szene setzt.
„Das Stück ist toll, einfach wunderbar. Danke an alle!“ Schulleiterin Marlis Ermer strahlte, als sie nach dem Schlussapplaus auf die Bühne kam. „Die Darbietungen aller Akteure haben mich schwer beeindruckt.“ Ihr Dank galt vor allem der treibenden Kraft und dem Motor der Lau-Musicals, Dr. Winfried Grohe, der mit den Sommerferien aus dem Schuldienst ausschied. „Mein Dank gilt auch Reinhard Tautzt, der die Leitung des Orchesters übernommen hat, und mit seinen Kollegen Martin Heil und Matthias Hothneier Atlantis so wundervoll erklingen lässt.“