Wiedertäufer: Gasometer-Traum geplatzt


Stefan Eickmeyer im Gasometer, das nun nicht mehr als Aufführungsort zur Verfügung stehen wird. Foto:
Stefan Eickmeyer im Gasometer, das nun nicht mehr als Aufführungsort zur Verfügung stehen wird. Foto:
(Matthias Ahlke)


Münster - Drei Jahre hatte Stefan Eickmeyer seinen großen Traum verfolgt: ein Musical über die Wiedertäufer im Gasometer an der Kreuzung Albersloher Weg / Umgehungsstraße. Nun ist der Traum zerplatzt. „Das Musical wird nicht im Stadtwerke-Gasometer seine Premiere feiern“, hat Eickmeyer gestern klar gestellt. Aus technischen Gründen.

Weil das Gasometer komplett aus Metall besteht, verfüge es über die „denkbar ungünstigsten Reflexionseigenschaften“. Schall- und Absorptionssegel hätten daher in einem Umfang eingerichtet werden müssen, der das Budget „um ein Vielfaches“ überstiegen hätte. „Messungen des Fraunhofer-Instituts ergaben, dass für die Realisierung des aufwendigen Konzepts weitaus mehr Maßnahmen hätten getroffen werden müssen, als konventionelle Soundsysteme erfordert hätten“, so Eickmeyer. Die Stadtwerke seien „umgehend“ informiert worden, der Fokus soll nun auf einen anderen Austragungsort gerichtet werden.


Wo der liegen könnte, darüber schweigt sich Eickmeyer aus. Nach Informationen dieser Zeitung soll das Wiedertäufer-Musical nun in den Osmo-Hallen zur Ausführung kommen, entsprechende Gespräche mit der Stadt werden offenbar bereits geführt. Eickmeyer wollte dies gestern nicht weiter kommentieren.

Offiziell will er am 10. August bekannt geben, wie - und vor allem wo - es mit dem Musical weitergehen wird - „nach einem wichtigen Treffen mit vielen Beteiligten, die sehr großen Einfluss haben“, wie er sagt. „Ich hoffe, dass die Premiere noch in diesem Jahr stattfinden wird“, betont der Veranstalter. Das Musical sei aufführungsreif, das Casting könne umgehend starten.

Zweifel, dass das Musical überhaupt jemals in Münster zu sehen sein wird, hat Eickmeyer nicht. „Mit solchen Gedanken beschäftige ich mich nicht“, stellt er selbstbewusst klar.

Zugleich appelliert er, „nun an einem Strang zu ziehen“. Es gehe um nicht mehr und nicht weniger, „als das Projekt voran zu bringen“.

Ursprünglich war die Premiere im Gasometer für den 12. September angesetzt. Erst in der vergangenen Woche hatte Eickmeyer gegenüber den WN betont, dass dieser Termin nicht mehr zu halten sein wird.

VON MARTIN KALITSCHKE, MÜNSTER


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