Über Stock und Stein


Drei flotte Mädels und eine engagierte Trainerin (von links): Nadine Hörnemann, Chantal Göckener, Anika Fels und Marianne Laukamp, alle LG Coesfeld.
Drei flotte Mädels und eine engagierte Trainerin (von links): Nadine Hörnemann, Chantal Göckener, Anika Fels und Marianne Laukamp, alle LG Coesfeld.


Coesfeld. Heftig wehte der Wind durchs Backumer Tal, Schauplatz der Westfälischen Crossmeisterschaften. Warm anziehen mussten sich die drei Mädels der LG Coesfeld, die auf dem profilierten Kurs an den Start gingen. "Die Strecke ist gut zu laufen, sie ist abwechslungsreich und schnell", meinte Marianne Laukamp, nachdem sie mit dem Trio das Gelände kurz inspiziert hatte.

Die LG-Trainerin, die für die A-Schülerinnen verantwortlich ist, hatte schon drei Tage zuvor eine Hiobsbotschaft erhalten. Nora Heimann musste wegen Rückenbeschwerden ihre Teilnahme abblasen. "Damit", so Laukamp, "war die Mannschaft geplatzt." Drei Läuferinnen kommen in die Wertung, mit Nadine Hörnemann und Chantal Göckener blieben nur noch zwei übrig. Denn Anika Fels, die dritte LG-Athletin, die in Herten live dabei war, zählt schon zur B-Jugend.


Nach der ersten Runde lagen Nadine Hörnemann und Chantal Göckener in dem großen Feld noch dicht beisammen. Doch in der zweiten und letzten Runde klagte Chantal über gesundheitliche Probleme, so dass sie leider aufgeben musste. Nadine, die wegen einer Schienbeinverletzung in den Vorwochen nur ein Schmalspurprogramm absolviert hatte, hielt die 3100 Meter über Stock und Stein eisern durch und überholte mit einem langen Spurt noch einige Läuferinnen. Am Ende landete sie auf Platz 13. "Die 800 Meter auf der Bahn lauf´ ich lieber", erzählte sie hinterher. "Crossläufe", erklärte ihr Marianne Laukamp, "sind aber wichtig als Aufbau für die Bahnrennen."

Für Anika Fels war es auch die erste Crossmeisterschaft. "Das ist doch ganz was Anderes als auf der Straße", sagte sie, "wenn du hier keine Kraft mehr hast, wird die letzte Runde ganz schön lang!" Sie wollte in Herten über 3100 Meter Erfahrungen für die Zukunft sammeln und "möglichst locker durchlaufen" (O-Ton Fels).

Das ist ihr auch gelungen: Im Schlussspurt auf der tiefen Aschebahn drehte Anika Fels noch mal auf, sammelte einige Konkurrentinnen ein und rannte mit einem Lächeln im Gesicht ins Ziel. Belohnt wurde sie mit einem guten Mittelfeldplatz.

Der Oldie im LG-Team war weit weniger zufrieden als seine jungen Mitstreiterinnen. "Heute hab´ ich das Feld vor mir hergetrieben", gab Uli Hörnemann ehrlich zu.

Die Vorbereitungszeit war wohl zu kurz, denn nach einem Krankenhaus-Aufenthalt in den Herbstferien fehlten ihm die Trainingskilometer. "Das war ein Lauf zum Vergessen", klagte Hörnemann, Siebter der Altersklasse M 55 über 5300 Meter.



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