Reitverein kooperiert mit Gemeinschaftsschule / Erste Reit-AG ins Leben gerufen
Über Stock und über Stein

Billerbeck. Vorsichtig kratzt Anna einen Huf aus. „Dori, wo bist du nur hergelaufen“, sagt die Elfjährige und tätschelt das Pony liebevoll. Dann geht es an den nächsten Huf des Tieres. Ihre Freundin Hanna striegelt währenddessen das Pony. Kraft ist da gefragt. „Das Putzen ist schon sehr anstrengend. Aber dann wird sie auch richtig sauber. Wenn man sich nicht anstrengt, dann klappt das auch nicht“, so die Schülerin der Gemeinschaftsschule. Während sich Hanna und Anna um die Pflege von Pony Dori kümmern und sie wahrlich herausputzen, mistet die dritte im Bunde, Annika, den Stall aus.

Donnerstag, 20.03.2014, 17:34 Uhr

Die drei Mädchen gehören zu den insgesamt acht Schülerinnen, die an der Reit-AG teilnehmen. Die wird seit dem vergangenen Jahr vom Reit-, Zucht- und Fahrverein in Kooperation mit der Gemeinschaftsschule angeboten. Einmal pro Woche steht die Reitstunde an. Jeden Montag. Von der Schule fahren die Schüler gemeinsam zur Reithalle in Hamern – per Drahtesel versteht sich. Dann geht es auf die echten Pferde.

Die meisten der Schülerinnen sind Anfänger, haben vorher noch nie auf einem Pferd gesessen. „Zwei, drei sind schon Fortgeschrittene“, erzählt Birgit Schlüter. Die Billerbeckerin leitet die Reit-AG, gibt den Reitunterricht. Für sie ist das eine Premiere. „Ich habe eine Ausbildung zum Reitwart und zur Pferdewirtin absolviert. Und ich habe schon privat Reitunterricht gegeben. Aber noch nie vorher für den Verein“, erzählt die Billerbeckerin, die seit 35 Jahren fest im Sattel sitzt. Birgit Schlüter steht den Mädchen mit Rat und Tat zur Seite, gibt ihnen Hilfestellungen, wenn diese benötigt werden. An ihrer Seite ist immer ein Integrationshelfer der Gemeinschaftsschule, der sich mit Pferden auskennt. „Alleine wäre der Unterricht bei so vielen Kinder nicht möglich“, sagt sie. Zuerst werden die Tiere – der Reitverein stellt seine vereinseigenen Tiere, zwei Ponys und ein Pferd, dafür zur Verfügung – geputzt, gesattelt und für den Reitunterricht fertig gemacht. Dann geht es – je nach Wetterlage – in die Halle oder für einen Ausritt nach draußen. An der Longe wird getrabt. Die Fortgeschrittenen unter den Schülern dürfen auch schon frei reiten – im Trab und im Galopp. Sie lernen den Umgang mit den Tieren von Grund auf. Auch Theorie-Einheiten zu Verhaltensweisen von Pferden und wie sie gedeutet werden sollen, stehen auch schon Mal auf dem Programm. „Die Mädchen machen kleine Fortschritte. Ganz kleine“, sagt Brigit Schlüter. „Das liegt daran, dass sie nur einmal pro Woche reiten. Aber immerhin sind es kleine Schritte, die sie machen.“ Und allen macht es Spaß. Auch den drei Freundinnen Hanna, Anna und Annika. „Es ist einfach schön, sich um die Tiere zu kümmern“, findet Anna. Sie hat sich für die Teilnahme an der Reit-AG entschieden, „weil ich sonst keine Möglichkeit habe zu reiten“, sagt sie.

Für die passende Reitausstattung müssen die Schülerinnen selber sorgen. Die Helme bekommen sie vom Reitverein gestellt. Drei wurden von der Deutschen Reitervereinigung gesponsert.

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