Für unbegleitete Flüchtlingskinder suchen Kreisjugendamt und Evangelische Jugendhilfe Gastfamilien
In Familien Heimat erleben

Gescher. Mutterseelenallein kommen sie in Deutschland an. Viele stammen aus kinderreichen Großfamilien, in denen es lebhaft zugeht. „So was würde ich mir hier auch wünschen. Es wäre ein Gefühl von Heimat“, sagen sie dann. Sie: Das sind Kinder und jugendliche Flüchtlinge, die ohne Begleitung aufgebrochen sind. „Die Schicksale sind vielfältig: Wir erleben Vollwaisen, Kinder, die ihre Eltern auf der Flucht verloren haben; Jugendliche, die ohne Einvernehmen der Eltern gegangen sind. Aber auch viele, die gezielt von ihren Eltern geschickt wurden; deren Familien manchmal ihre Wohnung verkauft haben, um dem Ältesten die Flucht zu ermöglichen. „Gerade für diese Kinder bedeutet die Änderung des Asylpaketes 2, die den Nachzug von Familien neu regelt, eine Katastrophe“, berichtet Brigitte Watermeier.

Montag, 15.02.2016, 10:09 Uhr

Für unbegleitete Flüchtlingskinder suchen Kreisjugendamt und Evangelische Jugendhilfe Gastfamilien : In Familien Heimat erleben
Gemeinsam werben Brigitte Watermeier (v. r.), Leiterin der Nebenstelle Gescher des Kreisjugendamtes, sowie Thomas Frank und Hannah Haveresch von der Evangelischen Jugendhilfe um Gastfamilien, die bereit sind, junge Flüchtlinge aufzunehmen. Foto: Helene Wentker

Die Leiterin der Nebenstelle Gescher des Kreisjugendamtes und Andrea Homann machen sich gemeinsam mit Thomas Frank und Hannah Haveresch von der Evangelischen Jugendhilfe für ein neues Projekt stark: „Mi4Ju “ heißt es. Es will Gastfamilien, aber auch wie Einzelpersonen sowohl in Gescher als auch im gesamten Kreis Borken gewinnen, Flüchtlingskinder im Alter zwischen 14 und 18 Jahren für eine bestimmte Zeit aufzunehmen. Jugendliche, die sich nach Halt und Orientierung in einer Familie sehnen; und die sich mit deren Unterstützung integrieren und ihre Sprachkenntnisse schnellstmöglich intensivieren möchten. Im Kreis Borken leben derzeit zwölf solcher Jugendlicher in Gastfamilien. Damit weitere folgen können, wirbt das Jugendamt aktiv um interessierte Familien, die man natürlich gut auf die neue Aufgabe vorbereiten werde, versichert Watermeier. Dazu zählen Informationsveranstaltungen an drei Abenden und ein Kulturtag, der in der Ahauser Moschee stattfinden wird.

Ausführlicher Bericht in der AZ von Montag

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