Diskussion im Umweltausschuss über drastischen Anstieg der Verwertungsgebühren
„Für Altholz muss man Geld mitbringen“

Kreis Coesfeld (ds). Es gab zwar einige Nachfragen von den Politikern, letztlich hat der Umweltausschuss des Kreises gestern Abend aber die neuen Gebühren für die Müllentsorgung, die ab 2017 gelten sollen, einstimmig abgesegnet. Irritiert gezeigt hatten sie sich insbesondere darüber, dass für Altholz ab Januar statt bislang vier Euro pro Gewichtstonne 60 verlangt werden sollen.

Montag, 05.12.2016, 20:43 Uhr

Ulrike Schulze Tomberge (CDU) aus Senden wollte wissen, wie dieser Gebührensprung zustande kommt. „Es gibt ein Überangebot am Markt. Man wird das Holz nicht mehr los“, erklärte Dr. Johannes-Gerhard Foppe von der Umweltabteilung der Kreisverwaltung das Phänomen. Seien früher mit dem Altholz noch Erlöse erzielt worden, müsse man heute Geld mitbringen, damit es recycelt oder verbrannt wird.

Das konnten einige Politiker nicht nachvollziehen. „Das ist doch ein Wertstoff. Da müssten die uns doch was für zahlen“, meinte Christian Wohlgemuth (FDP) aus Dülmen. Doch die Verwaltungsmitarbeiter schüttelten mit dem Kopf. Die Holzaufbereitungsanlagen, die beispielsweise Spanplatten oder Pellets daraus herstellen, werden mit Riesenmengen „zugeschmissen“. „Man muss zuzahlen, damit ein Verwerter das abnimmt“, so Foppe. Und auch die Müllverbrennungsanlagen seien gut ausgelastet, führte er aus. Die könnten solches Material zur Verfeuerung einsetzen – aber da komme auch zu viel an.

Es gibt aber auch Lichtblicke: Die Grundgebühren für Restmüll steigen nur leicht an. Und für E-Schrott wird künftig deutlich weniger verlangt: 79 statt 99 Euro pro Gewichtstonne.

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