Ökumenischer Besuchsdienst engagiert sich für Senioren / Weihnachten 1978 gestartet
Alleinstehenden Zeit schenken

Billerbeck. Gute Ideen entstehen oft in bester Laune und netter Gesellschaft. Als Kochteam begleiteten Hubert und Josefa Vöcker, Liesel Feld und Leni Böwing in den 70er-Jahren eine Ferienfreizeit ins Sauerland. Die Vier arbeiteten erstklassig Hand in Hand und hatten viel Spaß dabei. Sie entwickelten eine Idee, von der alle älteren Menschen in der Domstadt profitieren sollten: Eine Altenbegegnung in St. Ludgerus. „Das erste Treffen dazu fand 1977 bei Feld in der Gartenlaube statt“, erinnert sich Hubert Vöcker und spart nicht mit Lob: „Liesel war sowieso die stärkste Kraft, die wir hatten!“.

Sonntag, 21.05.2017, 17:30 Uhr

Ökumenischer Besuchsdienst engagiert sich für Senioren / Weihnachten 1978 gestartet : Alleinstehenden Zeit schenken
Berichten über die Geschichte des ökumenischen Besuchsdienstes: (v.l.) Pflegedienstleiter Romano Catanzariti, Liesel Feld, Beate Surmund, Ingrid Preun und Angelika Dost (vorne). Foto: Ulla Wolanewitz

Die Freizeitangebote, die das Team ins Leben rief, fanden schnell guten Anklang. Damals existierte noch das Antoniusheim, das Armenhaus des Krankenhauses. Von Leni Böwing – auch Vorstandsfrau der Altenbegegnung St. Ludgerus – kam der Vorschlag, einen Besuchsdienst einzurichten. Ein Besuchsdienst für alleinstehende Senioren im Antoniusheim und im Krankenhaus.

Die Oberin, Franziskanerschwester Antonella, begrüßte dieses Engagement und unterstützte die Aktiven gerne. „Weihnachten 1978 sind wir erstmalig aktiv geworden“, schaut Liesel Feld zurück. Mittlerweile kann sie selber auf 87 bewegte Lebensjahre zurückblicken. Seit einigen Jahren lebt sie in einer der heimverbundenen Wohnungen. Schnell fanden die Initiatoren damals weitere Mitstreiter, die gerne regelmäßig Alleinstehende besuchten. Spaziergänge, Hilfe beim Einkauf, einfach nur reden, zuhören, vorlesen oder gemeinsames Singen, Transfer zu den Gottesdiensten und Wallfahrten verschönern den Senioren die Zeit.

„Wichtig war uns immer, dass die Besuchten auf unsere Verschwiegenheit vertrauen konnten“, sagt Liesel Feld und macht deutlich, dass „die Freude, die man mit einem Besuch macht, immer auch zu einem selbst zurückkehrt.“ Die Zahl derjenigen, die sich über diesen Besuchsdienst freuten, wuchs stetig. Anteil daran hatte auch der Umbau des Krankenhauses zum Seniorenstift. Da etwa 20 Prozent der Stifts-Bewohner der Evangelischen Konfession angehörten, klopfte Liesel Feld auch bei der Evangelischen Kirchengemeinde an. Auch hier fand diese Initiative gute Resonanz. So gab es weitere Unterstützung von Ingrid Preun, Hannelore Krumkamp, Hedwig Außendorf, Doris Schramke und Beate Surmund. „Wenn man als Christ lebt, ist es selbstverständlich für den Nächsten da zu sein“, erklärt Ingrid Preun ihre Motivation. Mittlerweile ist sie zwar nicht mehr im Team der Aktiven, war aber dort auch jahrelang im Einsatz.

Seit dieser Zeit fungiert dieses Engagement unter dem Namen „ökumenischer Besuchsdienst“. Nachdem 2009 die Franziskanerinnen das Ludgerus-Stift verließen, übernahm Beate Surmund die Leitung dieses Besuchsdienstes. Unterstützt wird sie dabei von Rita Mischke, Leiterin des sozialen Dienstes, und ihrer Kollegin Dagmar Lange. „Das läuft nach wie vor gut“, sagt Beate Surmund. Zu den heute 50 Aktiven zählt sie auch diejenigen, die im Heimverbundenen Wohnen leben und sich mit einbringen. Etwa in Lektorsdiensten und beim Pflegen vom Blumenschmuck in der Kapelle und der Grotte. Als Dankeschön kommen die „Besucher“ jährlich in den Genuss von zwei Fachvorträgen und einem adventlichen Dankeschön-Abend.

7 Wer sich für dieses Engagement interessiert, kann Genaueres bei Beate Surmund erfahren (Tel. 02543/230268).

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