Billerbeck
Lichter für den guten Zweck

Billerbeck. Eine Schildkröte ziert das Glas. „Es gibt in Indonesien viele Wasserschildkröten – vor allem rund um Lombok“, sagt Lehrerin Irene Bietsch. Auch auf vielen indonesischen Souvenirs finden sich Abbildungen des Tieres. Das Glas mit dem Bild der Schildkröte, gestaltet von den zweiten, dritten und vierten Klassen der Ludgerischule, ist ein Windlicht und für einen guten Zweck gedacht. Für Indonesien. Irene Bietsch und ihre Kollegin Andrea Bitz haben sie an die Menschen, die für die Opfer nach der Erdbeben-Katastrophe auf der indonesischen Insel Lombok im August gespendet haben, im Rahmen des Kerzenscheinsamstags verschenkt. „Als kleines Dankeschön und als Erinnerung“, so Andrea Bitz.

Montag, 05.11.2018, 16:50 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 05.11.2018, 16:47 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 05.11.2018, 16:50 Uhr
Billerbeck: Lichter für den guten Zweck
Beim verheerenden Erdbeben, das die Insel Lombok heimgesucht hat, Todesopfer forderte und Menschen obdachlos machte, war Irene Bietsch vor Ort. Foto: privat

Erdbeben und Flutwellen haben den Inselstaat zweimal kurz hintereinander heimgesucht. Irene Bietsch war schon öfter in Indonesien, hat dort viele Bekannte und Freunde. Auch beim verheerenden Erdbeben, das die Insel Lombok heimgesucht hat, Todesopfer forderte und Menschen obdachlos machte, war sie in der Gegend. Die Grundschullehrerin hatte sich entschieden, auch die letzten Ferienwochen dort zu bleiben und zu helfen.

Und auch von Deutschland aus engagiert sie sich weiterhin für die Erdbebenopfer. „Jetzt ist dort Regenzeit und nach wie vor ist ein großer Teil der Bevölkerung in Zelten untergebracht und das Wasser läuft in die Zelte“, berichtet Irene Bietsch, die fast täglich Kontakt nach Indonesien hat. „Auch Malaria ist ausgebrochen. Rund 150 Fälle gibt es“, erzählt die Münsteranerin. Der Wiederaufbau sei ebenfalls schwierig. „Der Tourismus liegt brach. Die Leute haben kein Geld, um den Wiederaufbau zu starten.“ Bekannte hätten angefangen, sich ein neues Zuhause aufzubauen. Weil kein Geld da sei, liege der weitere Bau auf Eis.

Die Spenden vom Kerzenscheinsamstag sollen vor allem zum Schutz vor Malaria und zum Schutz vor Regen verwendet werden. „Eben für das, was am meisten gebraucht wird“, so Andrea Bitz.

Finanziell unterstützt werden sie auch von der Kinderhilfsorganisation „Kleiner Prinz“ aus Warendorf. „Wir konnten so mit dem Wiederaufbau einer Grundschule und einer Vorschule starten“, informiert Irene Bietsch.

Beim privaten Engagement von Irene Bietsch und Andrea Bitz unterstützt auch die Ludgeri-Grundschule. Im Fachunterricht wurden Indonesien und die Katastrophe thematisiert. Zwölf Klassen haben bei der Bastelaktion der Glaslichter mitgeholfen. „Toll ist, dass das gesamte Kollegium mitgeholfen hat und die Kinder gebastelt haben. Auch die Eltern haben Gläser für die Lichter zur Verfügung gestellt. Die Bereitschaft von allen Seiten ist klasse“, so Irene Bietsch. Schließlich handele es sich um keine Schulaktion, sondern um eine private Initiative. Die eben von allen mitgetragen wird. Ein großer Dank gilt auch dem Förderverein der Schule, der die Materialien für die Glaslichter finanziert hat. „So können die Spenden zu 100 Prozent nach Indonesien gehen“, sagt Andrea Bitz und freut sich.

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