Billerbeck
Medikamente im Rathaus entsorgen

Billerbeck. Die Entsorgung über Toilette oder Spüle ist definitiv nicht der richtige Weg. Ab sofort können alte Medikamente im Rathaus abgegeben werden. Im Foyer ist dafür eine Sammelbox aufgestellt worden, in der die Arzneimittel entsorgt werden können.

Montag, 03.12.2018, 21:36 Uhr aktualisiert: 03.12.2018, 21:40 Uhr
Billerbeck: Medikamente im Rathaus entsorgen
Präsentieren die Sammelbox für Medikamente im Rathaus: (v.l.) Manfred Hochbein (Gelsenwasser), Bürgermeisterin Marion Dirks, Kämmerin Marion Lammers und Katrin Becker (Gelsenwasser). Foto: Stephanie Sieme

Die Stadt Billerbeck beteiligt sich bundesweit als erste Kommune an der Aktion. Bislang gebe es solche Sammelboxen nur in Apotheken. „34 insgesamt. Davon 25 in Leipzig und neun in Nordrhein-Westfalen“, so Katrin Becker von Gelsenwasser. Weitere Sammelbox-Standorte sollen folgen. 2016 wurde dieses speziell für die Annahme von Altarzneimitteln entwickelte System von dem Leipziger Start-up „binee UG“ in Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Energieversorger Gelsenwasser AG entwickelt. Das Ziel: Aufmerksamkeit für die richtige Entsorgung von Arzneimitteln schaffen. Sensibilisieren. „Vorbeugen ist besser als hinterher böses Erwachsen“, so Bürgermeisterin Marion Dirks. Ein Bewusstsein für die richtige Entsorgung soll eben geschaffen werden „und zum Handeln bewegen“, so Marion Lammers (Stadt). Denn nach einer Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entsorgen 41,9 Prozent der Bürger alte Medikamente nicht wie vorgesehen im Restmüll. 46,6 Prozent würden übrig gebliebene Flüssigkeiten in die Spüle oder in die Toilette kippen. 20 Prozent der übrig gebliebenen Tabletten würden ebenfalls in der Spüle oder in der Toilette landen. Wer die Medikamente über Abfluss oder Toilette entsorge, belaste auch die Umwelt. Medikamentenrückstände gelangen in den Wasserkreislauf, seien bereits nachweisbar. „Auch im Billerbecker Abwasser“, betont Marion Lammers. Kläranlagen könnten nicht alle im Abwasser enthaltenen Substanzen zurückhalten. Stadt und Gelsenwasser wollen auf die richtige Entsorgung aufmerksam machen. Statt in die Toilette oder Spüle gehören die meisten Medikamente in die Restmülltonne. „Flaschen mit flüssigen Arzneimitteln gehören in die Restmülltonne. Leere Flaschen in den Glascontainer. Tabletten in Blistern gehören ebenfalls in die Restmülltonne. Die jeweiligen Umverpackungen natürlich nicht. Papier kommt in die Papiertonne“, erklärt Marion Lammers.

Wer sich aber nicht traut, seine Medikamente über den Hausmüll zu entsorgen und lieber die sichere Box bevorzugt, kann dort zur Belohnung einen frei zu wählenden Gutschein eines der am Projekt beteiligten Gutscheinpartner auswählen und sich per E-Mail schicken lassen.

Ist die Box voll, wird sie von Gelsenwasser abgeholt entleert und der Inhalt verbrannt. „Das ist momentan der einzige, gesetzlich vorgeschrieben Weg“, sagt Marion Lammers, die auch betont, dass es gewährleistet sei, dass niemand Unbefugtes an die Box im Rathaus könne. Neben Tabletten in Blistern, dürfen auch Spritzen – allerdings nur mit Kappe – in der Box entsorgt werden. Präparate zur Behandlung von Krebs allerdings nicht. „Wie sie entsorgt werden, steht in der Verpackungsbeilage. Aber auch Ärzte und Apotheker informieren darüber“, so Katrin Becker.

Die Kosten für die Aufstellung der Box hat Gelsenwasser gesponsert.

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