Billerbeck
Plötzlich an der Pauke

Billerbeck. Damian schnappt sich den Bleistift und trägt eine kleine Notiz in sein Notenblatt ein. Bläser und Streicher schwelgen schon in den schönsten Tönen von Kalliwodas 5. Sinfonie, aber der 15-jährige Oboist aus Dresden wartet noch auf seinen Einsatz. Schon zum dritten Mal nimmt er am Orchesterkurs in der Benediktinerabtei Gerleve teil – aber zum ersten Mal sitzt er an der Pauke. „Weil es gerade genügend Oboen, aber niemanden für Schlagwerk gibt, probier’ ich es mal aus“, sagt er. Ein kleines Abenteuer für den jungen Bläser, der in einem anderen Stück auch mit dem Englisch Horn zu hören ist, wenn am Sonntag (6. 1.) das Programm in der Abteikirche erklingt, das die knapp 50 Musiker unter der Leitung von Andreas Klaue in dieser Woche einstudiert haben. „Es macht einfach Spaß, mit so vielen zusammen etwas zu erarbeiten und zu musizieren“, sagt Damian, warum er gern zum Orchesterkurs kommt.

Donnerstag, 03.01.2019, 18:43 Uhr aktualisiert: 03.01.2019, 18:46 Uhr
Billerbeck: Plötzlich an der Pauke
Orchesterprobe unter der Leitung von Andreas Klaue. Die Kursteilnehmer, die aus ganz Deutschland zu den Orchestertagen angereist sind, sind gute Hobbymusiker, die das anspruchsvolle Programm mit Freude einstudieren. Fotos. ude Foto: az

Die 33. Auflage hat wieder Hobbymusiker, die dem semiprofessionellen Anspruch gerecht werden können, aus ganz Deutschland zusammengeführt. Auch Steffi Bäumer-Enzen aus Billerbeck und Gisela Hinricher aus Coesfeld, die beide Violine spielen, sind – wie viele Teilnehmer – zum wiederholten Mal dabei. „Es macht wieder große Freude“, sagt Steffi Bäumer-Enzen.

Andreas Klaue, Cellist und Dirigent aus Hamburg, der den Kurs seit 13 Jahren leitet, hat sich wieder für ein extravagantes Programm entschieden. „Wer am Kurs teilnimmt, soll hier nicht irgendwas Gängiges spielen, was er vielleicht schon aus seinem Orchester oder Ensemble kennt“, begründet Klaue die Auswahl. „In Europa gibt es einen so reichen Fundus an Musikliteratur.“

Das Orchester eröffnet das Programm mit einem Walzer des russischen Komponisten Glinka (1804-1857). „Ein Fantasie-Walzer mit so viel Charme sucht seinesgleichen“, findet Klaue. Dann folgt eine Parthia in F-Dur für Bläser von Georg Feldmayr (1756-1834) – das Stück, in dem Damian das Englisch Horn ansetzen wird. Hauptwerk ist die Sinfonie Nr. 5 in h-Moll von J.W. Kalliwoda (1801-1866). „Er war ein sehr begabter junger Mann und seine Musik ähnelt der von Beethoven“, erklärt Klaue. Wer dessen fünfte Sinfonie kennt, werde bei Kalliwodas fünfter Zusammenhänge entdecken, verspricht Klaue.

7 Das Konzert beginnt Sonntag (6. 1.) um 15.30 Uhr in der Abteikirche. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten für behinderte Menschen in einer anthroposophisch-christlichen Einrichtung in Schleswig-Holstein.

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