Billerbeck
Plastiktüte auf Kreuzfahrt beobachten

Billerbeck. Wenn „Die Buschtrommel“ ruft, präsentiert sich die Lawi mit vollen Rängen. So geschehen am Freitagabend. Fast schon logisch, dass der Auftakt – a la nomen est omen – mit rhythmischen Klängen startet. Nein, nicht auf die Buschtrommel geklöppelt, vielmehr auf eine Cachon, auf eine Kistentrommel.

Sonntag, 03.02.2019, 17:44 Uhr aktualisiert: 04.02.2019, 05:47 Uhr
Billerbeck: Plastiktüte auf Kreuzfahrt beobachten
Das Publikum zeigte sich gut unterhalten. Fotos: ul Foto: az

Schon stehen sie im Rampenlicht: Dat rheinische Trömmelsche Britta von Anklang und der charmant eloquente Andreas Breiing, der „Fleisch gewordene Traum aller Schwiegermütter“ wie der Kalauermaxe sich selber betitelt. Lustig, lustig und unglaublich originell. Mit altgedienten Flach-Krachern wie diesem, wird´s allerdings schwierig die Hürde „Traum aller Schwägerinnen“ zu nehmen.

Gerne sind sie in den Luftkurort Billerbeck gekommen, die zwei. „Dat Trömmelsche“ ist in Leverkusen beheimatet und „wenne da einen Kubikmeter Staub presst, hasse am Ende ein Backstein“. Und hopp im Galopp startet das Duo seinen Parforceritt durch die Politik. „Erdogan hat die Kühe zurück in die Niederlande geschickt, weil er dahinter Anhänger der Güllebewegung vermutete“, so die Gaudifee. Keine Frage, der Gag sorgte für amüsierte Gemüter, obwohl er doch schon reichlich Patina, wenn nicht sogar schon einen Bart angesetzt hat. Das Publikum seines Zeichens zeigte sich gut unterhalten, wobei sich bei einigen kabarettistischen Betrachtungen eher mal wieder die Frage stellte: Ist das Humor, Ironie oder einfach nur blöd?

Da polterte der „Traummann“ mit einem natürlich gefakten Sack voller Spenderorgane für den ganzen Saal – „Leber, Zunge, wat willse haben?“ - auf die Bühne, um anschließend mit seiner Kollegin darüber zu philosophieren. Frage: „Wenn ein Muslim, die Niere von einem Nicht-Muslim erhält, bekommt er dann nach seinem Tod im Paradies auch 72 Jungfrauen?“ Antwort: „Nee, dafür aber 72 schwule Kölner!“. Spaßig, spaßig und welches Kabarett kommt denn heute schon ohne homophobische Kalauer aus? Und wenn es dann von der

Bühne schallt, hat es doch immer den Bonus „Witzischkeit“.

Apropos Organspende: Dem deutschen Kanutrainer Stefan Henze, der dergleichen verfügt hatte und dessen Herz, Niere und Leber drei Menschen das Leben rettete, attestierte die Gaudifee „dat is ja mal ne Abwrackprämie, die sich lohnt.“

Ihr Kollege – bekennender Anhänger der Generation „bed-hanging und nicht mehr head-banging“ stieg zwischendurch immer wieder mal in die Bütt, um Trump, Hitler oder andere Granaten des Weltgeschehens auf seine Art und Weise krachen zu lassen, während sie Lanze schwingend den „Drill-Sergeant Uschi“ gab. Na logisch wurden die Bayern „aons, zwoa, suffa“ nicht ausgespart, denn „in jeder Lederhos´ sitzt a Leberzirrhose“.

Abschließend mischte sich noch Referent Abraham White aus Louisiana in „Holy community of Billerbeck“, um über das Böse in der Welt zu predigen: „Die Plastiktute ist gefährlich für die Flipper in the sea. You can see it by Kreuzfahrt“. Halleluja.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6368276?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947609%2F
Nachrichten-Ticker