Billerbeck
Alles wunderbar gefügt für „Die Wunderübung“

Billerbeck. Oft sorgt tatsächlich der Zufall für die besondere Würze des Lebens – „mystische Wege 2019“, orakelt Regisseur Roland Heitz schmunzelnd. Er hat nämlich im Heidelberger Zimmertheater eine Aufführung von Daniel Glattauers Komödie „Die Wunderübung“ gesehen und sich total begeistert gleich den Text besorgt. Ähnlich begeistert ist der Spielausschuss der Freilichtbühne nach der Lektüre eben dieses Manuskripts, hält es für bestens geeignet für die Studiobühne und hat als Regisseur sofort Heitz im Sinn. Der sagt freudig zu und hat bei den Leseproben keine Probleme, unter den versierten Darstellern der Bühne mit Isabel Waltering, Ralf Klatt und Stefan Waltering sein Traumensemble zu finden.

Dienstag, 26.02.2019, 18:25 Uhr aktualisiert: 27.02.2019, 06:24 Uhr
Billerbeck: Alles wunderbar gefügt für „Die Wunderübung“
Nach 14 Jahren Ehe ist von der ehemals großen Liebe nichts mehr geblieben. Auch im Beisein des Therapeuten (Stefan Waltering, M. ) setzen Joana (Isabel Waltering) und Valentin (Ralf Klatt) gezielt ihre Giftpfeile ab. Foto: Ursula Hoffmann

Das sich hier alles wunderbar gefügt hat, merkt man bei der Presseprobe sofort. Es herrscht eine lockere, freundschaftliche Atmosphäre, die deutlich zeigt, alle sind mit Freude und Begeisterung bei der Sache. Kurz zum Inhalt des Stücks: Die Beziehung von Joana (Isabel Waltering) und Valentin (Ralf Klatt) ist nach 14 Jahren Ehe am Tiefpunkt angelangt, sie giften sich nur noch an und suchen als letzte Rettung einen Paartherapeuten (Stefan Waltering) auf. Doch dessen Versuche, die beiden Streithähne auf den Weg der Versöhnung zu führen, scheitern komplett.

Nach dem erfolgreichen E-Mail-Roman „Gut gegen Nordwind“ beweist Glattauer mit dieser zeitgemäßen Komödie einmal mehr sein Talent für pointierte Dialoge und überraschenden Wendungen. „Es ist ein sehr gutes, modernes, intellektuelles und komisches Stück“, gerät Heitz ins Schwärmen. Und spricht seinem Ensemble ein ebenso großes Lob aus: „Die drei sind hoch motiviert und sehr gut vorbereitet. Wir haben hier drei gleich starke Kräfte auf der Bühne, da muss man Farbe bekennen.“ Das ist gerade bei dem Herausspielen der Komik wichtig, denn die vermittelt sich laut des Regisseurs über „die Echtheit und das Gefühl“. Das bestätigt auch Stefan Waltering, der erklärt, „durch die Interaktion bekommt der Text Bedeutung, Text lernen allein reicht nicht, man muss dem andern zuhören“. Auch er ist sehr angetan von dem „feinen Humor dieses faszinierenden und intelligent geschriebenen Stücks“, dass das Publikum bestens unterhalten werde, denn jeder, der in einer Partnerschaft gelebt hat, könne irgendetwas darin wiederfinden. Regisseur Heitz inszeniert laut Waltering sehr typgerecht, lässt viel von der eigenen Persönlichkeit und weiß genau, wie man Komik erzeugt. Die präzise platzierten Pointen, die so kommen müssen, wie sie im Text stehen, um nicht ihren Charme zu verlieren, sind bei diesem textlastigen Stück eine besondere sprachliche Herausforderung, betont Isabel Waltering.

Mit welcher „Wunderübung“ der Therapeut das Paar vielleicht doch noch in die richtige Spur bringt, dieses Geheimnis wird erst in der Premiere am 8. März (Freitag) gelüftet.

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