Billerbeck
Natur von Plastik und Grillrosten befreit

Billerbeck. Sandra Dirks hält den großen Müllsack auf. Paul und Maximilian schmeißen kleine Plastikteile hinein, die sie vorher mit ihren Greifzangen aufgehoben haben. „Ich habe eine tragende Rolle“, sagt sie und lacht. Da! Ein Kaffeebecher. Achtlos weggeschmissen. Und da! Glas – in viele klitzekleine Einzelteile zerbrochen. Und da! Silvester lässt grüßen – Reste einer Rakete. Es dauert nicht lange, bis die eifrigen Sammler fündig werden und sich die Müllbeutel allmählich füllen. „Ich brauche hier mal eine Zange“, ruft Dietmar Dirks. Er hat wieder was entdeckt. Wieder ist es Plastikmüll.

Montag, 01.04.2019, 10:48 Uhr aktualisiert: 01.04.2019, 10:52 Uhr
Billerbeck: Natur von Plastik und Grillrosten befreit
Ein Schuh, Überreste einer Holzkiste und kleinteiliges Plastik gehören unter anderem zu den Fundstücken der Nachbarn. Foto: Stephanie Dircks

Die Nachbarschaft „Weihgarten“ beteiligt sich zum vierten Mal an der traditionellen Müllsammelaktion, die die Stadt Billerbeck am Samstag veranstaltet hat. Mit 18 Leuten ist die Nachbarschaft unterwegs. Die Nachbarn haben ihre feste Route. Rund um den Weihgarten wird natürlich gesammelt. Auch im Freilichtbühnen-Wald und im Steinbruch. Kinder und Erwachsene – alle packen mit an. Ausgerüstet mit Müllsäcken, Handschuhen, Greifzangen und Schubkarren. Es sei eine total schöne Sache, den Kindern zu zeigen, dass man Müll nicht einfach so wegschmeiße, so Sandra Dirks. Sie und ihre Mitstreiter gehören zu über 100 Helfern, die bei der Müllsammelaktion dabei sind. „Das ist eine Rekord-Beteiligung“, sagt Sandra Niemann vom städtischen Ordnungsamt. Vereine, Cliquen und eben Nachbarschaften helfen, das Stadtgebiet von Müll und Unrat zu befreien.

Mehrere Generationen sind unterwegs. „Das ist schön für die Kinder, was wir hier an Werte vermitteln. Alt und Jung gehen mit. Wir fungieren auch als Vorbild für die Kinder“, sagt Sandra Dirks. Ältestes Nachbarschafts-Mitglied, das mit unterwegs ist, ist Hans Biermann. „Ich bin sehr umweltbewusst“, antwortet der 78-Jährige auf die Frage, warum er sich bei der Müllsammelaktion engagiert. „Ich unterstütze auch die Schülerproteste. Wenn es so eine Demonstration in Billerbeck geben würde, dann würde ich sogar mitlaufen.“ Jüngster der Gruppe ist Levin. Mitsammeln kann der fast sechs Monate alte Junge natürlich noch nicht, aber er schaut gespannt aus dem Kinderwagen zu, was der Rest der Gruppe so veranstaltet. Geschoben wird er von seinem Papa. Die ganze Familie packt mit an.

An diesem Vormittag gehören jede Menge Plastikteile, Hundekotbeutel (teilweise mit Inhalt), Flaschen, Glassplitter, Grillroste, Reste einer Holzkiste, Schuhe, Schal und eine Mütze zum Sammelsurium an zusammengekommenen Müll. In den vergangenen Jahren gehörten auch schon mal eine Auspuffanlage, Reifen und sogar ein Fahrrad zu den Fundstücken. Der Müll sei im Vergleich zu den vergangenen Jahren weniger geworden, so Dietmar Dirks. Deswegen will die Nachbarschaft im kommenden Jahr den Sammel-Radius erweitern. Auch andere Helfertrupps hätten berichtet, dass es weniger Müll gegen habe, wie Sandra Niemann informiert. Zu größeren Fundstücken, die im Container beim Feuerwehrgerätehaus landen, gehören unter anderem noch ein Koffer und ein Teppich.

Krönender Abschluss für alle Helfer war das Treffen am Feuerwehrgerätehaus mit Dankeschön-Imbiss, das vom DRK zubereitet wurde, und vor allem für die Kinder das Feuerwehrauto, in dem sie Platz nehmen dürfen.

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