Billerbeck
Weichen für neue Kitas gestellt

Billerbeck. Die gute Nachricht zuerst: alle Kinder mit gesetzlichem Anspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte (Kita) können nach den Sommerferien untergebracht werden. Diese Information gab die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Generationen und Kultur. Allerdings müssen in den kommenden Jahren weitere Kitas gebaut werden, um die weiter steigende Anzahl von Mädchen und Jungen zu bewältigen.

Donnerstag, 04.04.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 14:02 Uhr
Billerbeck: Weichen für neue Kitas gestellt
Ob sich ein Drei-Gruppen-Kindergarten auf dem Ludgerischul-Gelände an der Schulstraße angesichts der zu lösenden Verkehrserschließung verwirklichen lassen kann, soll die Verwaltung nach dem Willen des Ausschusses für Generationen klären lassen. Foto: Stephanie Dircks

Daher sprach sich der Ausschuss einstimmig dafür aus, eine Kita mit fünf Gruppen im neuen Baugebiet Buschenkamp durch einen Investor errichten zu lassen. Einig waren sich die Politiker auch darin, dass eine weitere Drei-Gruppen-Anlage von der Stadt gebaut werden soll, zumal das Gebäude des Johann-Hermann-Kindergartens in den nächsten Jahren abgängig sein wird. Der Knackpunkt in der Sitzung war allerdings: wohin damit?

Nach einigen Wortwechseln kam schließlich eine knappe Mehrheit für die Lösung zustande, die seitens der Verwaltung favorisiert wird: das Projekt auf dem Ludgerischulgelände zu entwickeln, sofern die Verkehrsproblematik gelöst werden kann. Ergebnis: fünf Jastimmen (CDU), vier Neinstimmen (SPD, Grüne) und - eine Enthaltung durch die Ausschuss-Vorsitzende Sarah Bosse (SPD), die somit als „Zünglein an der Waage“ fungierte und so zunächst einmal die Alternative ausbremste, mit der offenkundig nicht nur ihre SPD-Fraktion, sondern auch die Fraktion der Grünen liebäugelte: die Drei-Gruppen-Kita auf der Wiese hinter dem ehemaligen Hauptschulgebäude zu errichten.

Bürgermeisterin Marion Dirks machte allerdings im Verlauf der Diskussion unmissverständlich klar, dass die Verwaltung nicht beide Projekte entwickeln könne und forderte den Ausschuss auf, sich für eine Variante zu entscheiden, die schließlich denkbar knapp fürs Ludgerischul-Grundstück fiel.

Die Crux bei beiden Grundstücken besteht in der Verkehrserschließung, wie die Fraktionen kritisch anmerkten. Dr. Wolfgang Meyring (CDU): „Erforderlich ist auf jeden Fall ein schlüssiges Verkehrskonzept, in dem die An- und Abfahrt geregelt wird.“ Auch wenn die vermeintliche Alternative hinter dem ehemaligen Hauptschulgebäude ebenso Probleme wegen der Anfahrt durchs Wohngebiet Dreitelkamp mit sich brächte, sieht nicht nur Hans-Günther Wilkens (Grüne) Vorteile dort. Auch dort könne eine Schulturnhalle mitgenutzt werden und wenn die Kita wegen nachlassender Nachfrage wie geplant einmal in ein Wohnhaus umgewandelt werden sollte, sei dort die schönere Wohnlage. Bernadette Branse (SPD) sah an dem Standort gar Chancen, einen Veranstaltungsraum für Bürger und die VHS gleich mitzuplanen. Hier holte Bürgermeisterin Dirks die Ausschussmitglieder aber mit dem Hinweis auf langfristige Kosten schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Der Rat soll in seiner heutigen Sitzung (4. 4., 18 Uhr, Rathaus) nach der erfolgten Vorberatung und Empfehlung des Fachausschusses den Beschluss zu den neuen Kitas fassen.

Wie im Ausschuss ebenfalls bekannt wurde, sind im neuen Kindergartenjahr rund 30 Gruppen nötig, um die nahezu 500 Kinder aufzunehmen. Stark angestiegen ist die Nachfrage für Einjährige (von 34 auf 44 %).

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