Billerbeck
Eine Udo-Hommage „mitten ins Leben“

Billerbeck. Udo Jürgens hat es von Anfang an gewusst: Immer, immer wieder geht die Sonne auf! Recht hatte er. Sogar am Abend geht sie auf, jedenfalls musikalisch und stimmungsmäßig. So geschehen am Samstagabend in der Zweifachsporthalle, die sich zu einer frohsinnigen, lebendigen Konzerthalle verwandelte. Dem stimmgewaltigen Ensemble von „Merci Chérie“ und seinem Publikum von mehr als 800 Gästen war es gedankt. Nicht zu vergessen, die sechsköpfige Live-Band, inklusive Pianistin am Flügel und Cellistin. Denn: Udos brauchen Cellos.

Sonntag, 07.04.2019, 18:09 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 15:21 Uhr
Billerbeck: Eine Udo-Hommage „mitten ins Leben“
Stehende Ovationen gab es von den rund 800 Gästen in der Zweifachsporthalle. Sie wurden mit einer Zugabe belohnt. Foto: Ulla Wolanewitz

„Der Bassist Rolf-Dieter Mayer hat schon in Pepe Lienhards Band mitgespielt“, wusste Insiderin Antje Damerau aus Minden, die mit ihrem Fanclub „Die Udos“ aus dem Sauerland angereist war. Einige andere Gäste lösten an diesem Abend ihr Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk ein. Wie etwa die Coesfelderin, die den großen Meister des fantastischen Schlagers und Chansons bereits 1970 im Alter von 15 Jahren livehaftig in der Coesfelder Stadthalle erleben durfte. 1966 hatte er den Grand Prix Eurovision de la Chanson mit „Merci, Chérie“ gewonnen, was ihm den internationalen Durchbruch bescherte.

Alle vier Sänger sind Original-Stars aus dem Musical „Ich war noch niemals in New York“ und hatten die große Ehre und das Vergnügen den Komponisten, Pianisten und Sänger persönlich kennenzulernen. „Er hat uns ein Freilos gegeben, seine Musik und Geschichten auf unsere Weise interpretieren, neu erzählen zu dürfen“, ließ Andreas Bieber wissen.

Mit „Mitten ins Leben“ starteten die Akteure ihre musikalische Hommage an den unvergessenen Künstler. Als nächstes Ziel wurde direkt „New York“ anvisiert. Selbst, wer noch niemals dort war, ließ sich infizieren und klatschte mit. Wie hieß sie schließlich, eine seiner wichtigsten Botschaften? „Tue alles, was guttut. Denn alles, was guttut, tut gut!“

Schon in der ersten Halbzeit wusste die Crew – im Solo, Duett oder Quartett – ihr Publikum hochgradig zu begeistern und die Stimmung aufs Feinste anzuheizen. Klar, half dabei auch „Bitte mit Sahne“. An Michaela Schobers mit großer Leidenschaft dargebrachten Interpretation von „Ich weiß, was ich will“ hätte sicherlich auch Udo seine wahre Freude gehabt.

„Udo war ein wortgewandter, intelligenter Mensch. Auch im Zwischenmenschlichen“, würdigte Andreas Bieber den Künstler. „Er sagte von sich, er sei nur ein kleiner Mosaikstein im großen Relief mit dem Ziel, die Welt ein bisschen besser und bunter zu machen.“

Zweifelsohne dürfte Udo das gelungen sein. Es sind seine tiefsinnigen und auch humorvollen Texte, in denen er seine Zuhörer mitnimmt durch die alltäglichen Höhen und Tiefen, die das Leben mit sich bringt. Denn: „Was dich nicht umbringt, gibt dir neue Kraft zum Leben!“. Dabei sorgt seine lebensbejahende und positive Art, der Rhythmus und das schwungvolle Tempo seiner teils jazzigen Popsongs dafür, dass es unmöglich ist, sich ihm zu entziehen. Warum auch? Der Drive und die gute Energie, die dabei rüberkommen, machen einfach Spaß.

Logisch verwehrte das Ensemble seinen Zuhörern nicht den „Platz an der Sonne“, nahm sie mit ins „Ehrenwerte Haus“, versicherte es sei „Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“ und wünschte überzeugend „Liebe ohne Leiden“. Mit der Hammer-Zugabe von „Heute beginnt der Rest deines Lebens“ verabschiedeten sich die Künstler und schickten ihre Gäste mit diesem Ohrwurm ins Wochenende. Merci Chérie!

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