Billerbeck
Ein Zeichen des Zusammenhalts

Billerbeck/ Erquinghem. Sichtlich gerührt zeigt sich Walter Suwelack, als er jetzt gemeinsam mit dem französischen Bürgermeister Alain Bezirard und Bürgermeisterin Marion Dirks das Straßenschild in der Billerbecker Partnerschaftsgemeinde Erqinghem-Lys enthüllt. „Rue Josef Suwelack“ (Josef-Suwelack-Straße) ist dort zu lesen.

Montag, 08.04.2019, 17:40 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 07:07 Uhr
Billerbeck: Ein Zeichen des Zusammenhalts
Als Gastgeschenke bringt Familie Suwelack ein Ölgemälde von Franz Homoet und einen Scheck fürs Militärmuseum in Höhe von 2000 Euro mit. Museumsleiter Jack Thorpe hält den Scheck in Händen. Foto: az

Die Musikkapelle von Erqinghem stimmt die deutsche Nationalhymne an. Viele singen andächtig mit und zeigen sich ergriffen. Die Sonne strahlt vom Himmel. Ein perfekter Tag – nicht nur für die Nachfahren von Josef Suwelack, sondern auch für die mitgereisten Billerbecker, zu denen die D1-Junioren der Fußballabteilung von DJK/VfL Billerbeck gehören.

Tag der Städtepartnerschaft in Erquinghem-Lys 2019

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„Ich bin überwältigt von dieser Ehre, dass eine Straße an dem Ort, wo mein Onkel begraben ist, benannt worden ist“, sagt Dr. Otto Suwelack. Gemeinsam mit drei weiteren Brüdern – Herbert, Walter und Ulrich – ist er zur feierlichen Enthüllung des Straßenschildes nach Erquinghem gereist. Wolfgang Suwelack kann aus gesundheitlichen Gründen nicht daran teilnehmen.

Die Straße „Rue Josef Suwelack“ liegt in einem neuen Wohngebiet der französischen Gemeinde Erquinghem-Lys im Großraum Lille. Cedric und Stephanie Gaubeen haben dort ihr Eigenheim gebaut. „Wir sind sehr stolz, dass wir an der Josef-Suwelack-Straße wohnen. Wir kennen seine Geschichte“, sagt Cedric Gaubeen. Der Flugpionier Josef Suwelack habe auf dem englischen Soldatenfriedhof neben der Kirche von Erquinghem-Lys seine letzte Ruhe gefunden.

Im Jahre 1914 habe er sich bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges freiwillig gemeldet und sei als Aufklärer in den Krieg gezogen. Er sei nicht abgeschossen worden, sondern Engländer hätten ihm in den Tank seines Flugzeugs geschossen, so dass er notlanden musste. Als er aus der Maschine ausgestiegen sei, sei er von hinten von einem englischen Offizier erschossen worden. So ist das Schicksal von Josef Suwelack mit Erquinghem-Lys verknüpft, mit dem Billerbeck seit November 2017 eine Städtepartnerschaft verbindet.

An der Feierstunde unter freiem Himmel nehmen auch Nachfahren von Arthur Poulter teil. Auch nach diesem britischen Soldaten wird am selben Tag eine Straße im neuen Wohngebiet von Erquinghem-Lys benannt. Christopher Rogers, Ururenkel von Arthur Poulter, berichtet, dass es ihm nicht nur wegen seines eigenen Vorfahren ein Herzensanliegen gewesen sei, nach Erquinghem-Lys zu kommen. Er misst dem Zusammentreffen von Franzosen, Deutschen und Briten an diesem Tag vor dem Hintergrund eines friedlichen Europas eine besondere Bedeutung bei.

Das ist auch eine der Kernaussagen, die Bürgermeisterin Marion Dirks in ihrer Rede im Kultur- und Sportzentrum der Festversammlung ans Herz legt. „Erquinghem-Lys hat sich entschieden, zwei Menschen zu ehren, die im Krieg auf französischem Boden auf unterschiedlichen Seiten standen. Beide Männer kommen aus Städten, die heute Partnerstädte von Erquinghem-Lys sind. Ein deutlicheres Zeichen von Freundschaft und Zusammenhalt ist kaum möglich.“

Gerade im Lichte der heutigen Diskussionen um den Brexit und das Erstarken der Populisten müssten alle vor Ort für Frieden und Zusammenarbeit eintreten, sagt die Bürgermeisterin und fügt hinzu: „Das sind wir unseren Kindern und allen Menschen schuldig.“

Für den Bürgermeister und für Jack Thorpe, den Leiter des Geschichtsmuseums von Erquinghem-Lys, hat Familie Suwelack einen Scheck von 2000 Euro und ein Ölgemälde mit der Ansicht von Billerbeck als Gastgeschenke im Gepäck. Das Bild hat der Billerbecker Künstler Franz Homoet geschaffen.

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