Billerbeck
„King of Kurzwitz“ mit rasantem Tempo

Billerbeck. Beim Blick in die vollbesetzte Zweifachturnhalle hat der Mann hinter dem Bauch sofort richtig Spaß. Erstmal genießt Markus Krebs den tosenden Begrüßungsapplaus, um dann auch gleich wieder die Bühne zu verlassen. Hinein ins Publikum, um erst mal zu gucken, wer denn dann so alles da ist. Sicher dat, dürfen bei der Gelegenheit auch gleich Handyfotos gemacht werden: „Dann hätten wir dat auch schon mal“. Sprach´s und schon hechtet er mit einem Sprung wieder auf den Bühnenboden ins Rampenlicht: „Hätten wir dat mit dem Sport für heute auch schon fertig“. Nein, der Flügel dort oben gehört nicht zu seinem, sondern zum Vorabend-Programm. Ganz davon ablassen kann der Kalauer-König aber dennoch nicht. Pling, pling klimpert er im Vorbeigehen und „mit der Musik, dat hätten wir dann auch.“

Dienstag, 09.04.2019, 11:05 Uhr aktualisiert: 09.04.2019, 11:08 Uhr
Billerbeck: „King of Kurzwitz“ mit rasantem Tempo
Comedian Markus Krebs begeisterte in der Zweifachturnhalle. Foto: Ulla Wolanewitz

Dann legt er los, der Hocker-Rocker mit Strickmütze und swatter Sonnenbrille und quasselt dabei so rasend schnell, dass er sich fast überschlägt, dabei teilweise aber auch schlecht zu verstehen ist und ein paar Schoten ungehört auf der Strecke bleiben. „Dat is so, wenn man ein neues Programm hat“, erklärt er. „Dann willste möglichst schnell, möglichst viel raushauen.“ Als er´s selber merkt, fährt er sein Tempo dann auch ein klein wenig zurück. Trotzdem bleibt 150-prozentige Aufmerksamkeit gefordert, denn der quirlige Duisburger lässt seinen Fans nicht zu viel Zeit zum Nachdenken. Denn nicht jeder Kracher, erklärte sich allein vom Zuhören. „Is Veltins ne Biermarke? Ich dachte, dat wär der Begriff für behaarte Jugendliche.“

Ohne Atempause tigert der King of Kurzwitz von rechts nach links und wieder retour. Zwischendurch gönnt er sich auch schon mal – „Stößchen“ – ein Schlückchen Gerstenkaltschale. Von sich selber behauptet er, dass er einen Sprachfehler hat: „Ich kann nicht Nein sagen.“ Fremdsprachigkeit komme immer aus ihm heraus, wenn er sich beim Essen verschlucke. „Letztens blieb mir beim Italiener ein Stück Pizza im Hals stecken. Plötzlich konnte ich perfekt Italienisch: La Wendel – die Treppe, La Bello – der Hund.“

Die Fähigkeit, Witze erzählen zu können, ist für ihn ein Gottesgeschenk, sagt er selbst. Allerdings nur dann, wenn „man´s auch richtig kann!“. Da er die Klaviatur des Kalauers allerbestens beherrscht wie einst Udo Jürgens sein Piano, kann er auch Witze erzählen wie jemand, der gar keine Witze erzählen kann. Sein Vater, der jedes Jahr an Weihnachten den gleichen Witz erzählt, ist dabei nur ein Beispiel in seiner abwechslungsreichen Sammlung. Auch das bringt ihm Riesenapplaus ein. Er weiß halt wie´s geht. Gleichzeitig bekommt er rechts und links auch noch alles mit, reagiert sofort und kommentiert das Umfallen einer Flasche direkt mit: „Wat is? Hasse deine Kontaktlinse verloren oder wat?“. Politisch wird er nicht. Muss er auch gar nicht. Der ganz normale Alltags-Wahnsinn bietet ihm auch so Stoff genug. Applaus, Applaus und zum guten Schluss zieht er dann auch noch blank, halbblank. Sonnenbrille weg, die Mütze fliegt ins Publikum und das T-Shirt hinterher.

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