Billerbeck
Ludgerus-Zeichen weisen den Weg

Billerbeck. „Herrliche Berge, sonnige Höhen, Bergvagabunden sind wir“, ertönt einstimmiger Bassgesang vom Parkplatz des Klosters Gerleve. Die Billerbecker Bergvagabunden haben unter Federführung von Bernd Freitag und Johannes Lanfermann offiziell den Sint-Lürs-Weg an die Stadt Billerbeck übergeben. Das hat die Stadt in einem Pressebericht mitgeteilt. Man sei mittlerweile in die Jahre gekommen, auch wenn es nicht den Anschein mache, so Bernd Freitag augenzwinkernd zur Touristikerin Marion Kessens, die symbolisch die Verantwortung in Form der gesammelten Werke zum Weg in Empfang nahm.

Montag, 22.04.2019, 16:50 Uhr aktualisiert: 23.04.2019, 07:18 Uhr
Billerbeck: Ludgerus-Zeichen weisen den Weg
Die Billerbecker Bergvagabunden haben unter Federführung von Bernd Freitag (l.) und Johannes Lanfermann (2.v.l.) offiziell den Sint-Lürs-Weg an die Stadt Billerbeck übergeben. Fotos: Stadt Billerbeck Foto: az

Die Mitarbeiter des städtischen Fachbereiches Planen und Bauen und der Bauhof pflegen bereits seit längerem den Weg, so Kessens, schließlich gebe es eine Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen. In enger Zusammenarbeit mit dem diplomierten Geographen Josef Räkers und den touristischen Kollegen der Baumberge-Kommunen entstand vor vier Jahren der zertifizierte Qualitätswanderweg „Baumberger Ludgerusweg“, der immer mehr Gäste in die Baumberge locke.

Josef Räkers war federführend für die Erstellung dieses Wanderweges und lobte den Sint-Lürs-Weg und die Bergvagabunden als Vorreiter. Dieser historischen Rolle möchte man gerecht werden, so Räkers. Daher sei auch der „alte“ Weg jetzt wieder mit neuen Zeichen im gewohnten Design ausgeschildert worden. Kessens betonte, dass es vielleicht ein wenig irreführend sei, denn beide Wege verliefen fast identisch, bis auf ein kleines Teilstück. Diese Tatsache sei aber der Gegebenheit geschuldet, dass bei einem zertifizierten Wanderweg nur eine maximale asphaltierte Strecke von 20 Prozent zugelassen sei. Räkers habe seinerzeit akribisch die 30 Kilometer lange Strecke entsprechend ausgewählt, ergänzte sie lobend.

Gemeinsam möchte man die vergangene Arbeit der Bergvagabunden und den Sint-Lürs-Weg wertschätzen. Daher weisen jetzt wieder die bekannten, leuchtend gelben Ludgerus-Zeichen den Weg vom Kloster Gerleve in die Stadt, so Kessens. Ferner möchte man im Austausch mit den Bergvagabunden bleiben und die tollen Leistungen an diesem Tag würdigen. Denn neben der Wiederherstellung des Sint-Lürs-Weges wurden auch die Kreuzblume des Domes und das Hakensieler Kreuz in Gerleve restauriert. Auch das Wassertretbecken am Berkelwanderweg ist dank der Bergvagabunden entstanden. Johannes Lanfermann pflegte das Becken viele Jahre lang.

Der Ingenieur erhielt spontan eine Ehrung mit Ständchen, da er mit Heinrich Lanfermann seinerzeit den Stein ins Rollen brachte: Anlässlich des Bischofsjubiläums im März 2009 stellten die eifrigen Wanderer auf Bitte des damaligen Propstes Remfert und mit Hilfe der Stadt, der Benediktinerabtei Gerleve, Bi-Metall, des Landwirts Aloys Nienkemper und vieler Engagierter den alten Wanderweg wieder her. Vom Stein mit dem Hinweis „Sint-Lürs-Weg“ bei der Einfahrt zum Parkplatz des Klosters bis zum Dom sind es 7,3 Kilometer.

Die Bergvagabunden gründeten sich 1999 aus dem Spielbetrieb einer Altherrenfußballmannschaft in der Ratsschänke. Die sportliche Elf mit Heiner Lanfermann hatte die Idee zu einer Wandergruppe und gewann mit Johannes Lanfermann einen erfahrenen Wanderführer. Der Ingenieur war als Kind in Österreich evakuiert und lernte dort die Berge kennen. Bis vor wenigen Jahren führte der „Südtiroler“, wie er von seinen Wanderfreunden gerne betitelt wird, diese sicher durch die Bergwelt der Alpen. Sogar einen Dreitausender packten die Wanderherren, berichtet Bernd Freitag nicht ohne Stolz.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6560544?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947609%2F
Nachrichten-Ticker