Billerbeck
Mit Seil um den Dom aufrütteln

Billerbeck. Den Frauen ist deutlich anzumerken, dass sie sauer auf ihre Kirche sind und auf Veränderungen dringen. Sogar von Austritt ist die Rede. Mitte Mai wollen sie im Rahmen der Aktion „Maria 2.0“ mit einem Seil um den Dom ein Zeichen setzen. Am Samstag, 11. Mai, um 11 Uhr soll auf der Domplatte dafür der Start sein.

Donnerstag, 02.05.2019, 08:38 Uhr aktualisiert: 02.05.2019, 18:12 Uhr
Billerbeck: Mit Seil um den Dom aufrütteln
Ein Seil will die Aktionsgruppe um den Dom spannen, damit Frauen und Männer ihre Botschaften zur Kirche befestigen können. Foto: Archiv

Bisher haben sich hier 15 Frauen zusammengefunden, die sich mit ihrer Beteiligung am weit über das Bistum Münster hinausgehenden Projekt „Maria 2.0“ solidarisch zeigen wollen. Weitere Personen (auch Männer) sind willkommen. Eine der Frauen ist Monika Stockmann: „Wir möchten keinen Kirchenstreik wie beispielsweise in Münster machen, sondern in der Aktionswoche vom 11. bis zum 18. Mai zur Erneuerung der Kirche aktiv werden.“ Dabei soll ein Bild von „Kirche“ sichtbar gemacht werden, indem jede(r) seine Vorstellungen und Wünsche auf einem Blatt formulieren und an einem 200 Meter langen Seil rund um den Dom befestigen kann. Die Türbereiche werden übrigens ausgespart, um den Zugang für die Gläubigen nicht zu versperren.

„Mit dem Seil soll symbolisiert werden, dass wir Frauen draußen sind und dabei zugleich unsere Forderungen sichtbar machen“, so Monika Stockmann. Mit der ans Internet angelehnten Bezeichnung „Maria 2.0“ soll deutlich werden, wie die etablierte Rolle der auf dem Sockel verehrten Maria nach dem modernen Verständnis der Frauen neu definiert werden soll.

Die Aktivistinnen haben klare Vorstellungen, in welchen Bereichen Veränderungen stattfinden müssen. Dabei gehe es nicht nur um mehr Mitwirkungsmöglichkeiten (beispielsweise als Diakoninnen), sondern auch um das „Aufbrechen von Machtstrukturen“, mit denen noch immer Missbrauchsfälle gedeckt würden. „Das ist nicht unsere Kirche“, nahm eine der Frauen kein Blatt vor den Mund.

Unter dem entsprechend auslegungsfähigen Motto „Macht. Kirche. Neu.“ sollen in der Aktionswoche bis zum 18. Mai Impulse gesammelt werden, wie der Erneuerungsprozess von innen heraus gestaltet werden soll. Was am Seil „als Forum der Meinungen“ zum Thema „Eine Kirche ist meine Kirche, wenn…“ zusammengetragen wird, soll in einen weiteren Wortgottesdienst eine Woche später (Samstag, 18.5., 11 Uhr) einfließen und könne Auftakt für weitere Veranstaltungen sein, in denen der Veränderungsprozess von Frauen und Männern weiterentwickelt werde. Die Institution Kirche müsse sich im Sinn der Kernbotschaft der Nächstenliebe weiterentwickeln.

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