Billerbeck
„Schützenfest hält das Dorf zusammen“

Billerbeck. Ganz genau 60 Jahre war es am Sonntag her, dass August Lohmann als junger Mann von 23 Jahren dem Bürgerschützenverein Aulendorf beigetreten ist. Damit ist er keineswegs am längsten im Verein, denn Franz Mensing etwa ist sogar seit 70 Jahren Aulendorfer Schütze. Aber niemand war so lange Oberst wie August Lohmann. 27 Jahre hatte er den höchsten Rang der Schützen inne, ritt anfangs noch zu Pferd vorneweg und ließ seine Kommandos ertönen. 1995 ist er deswegen zum ersten und einzigen Ehrenoberst der Aulendorfer der ernannt worden – ein Titel, den der 83-Jährige zwar mit Stolz, aber auch mit Bescheidenheit trägt. Wenn die Aulendorfer am Wochenende ihr Schützenfest feiern, dann ist Lohmann natürlich mit dabei – und in diesem Jahr hat er sogar einen weiteren ganz besonderen Grund: Seine Ehefrau Hildegard Lohmann wird als Rubinkönigin geehrt.

Dienstag, 07.05.2019, 11:02 Uhr
Billerbeck: „Schützenfest hält das Dorf zusammen“
August Lohmann erinnert sich gern an die vielen Jahre, in denen er hoch zu Ross die Schützen anführte. Aber für die aktuelle Führungsriege hat er auch viel Lob: „Die machen das gut.“ Foto: Ulrike Deusch

Dass man als junger Aulendorfer dem 1948 gegründeten Bürgerschützenverein beitrat, das war gar keine Frage, schaut August Lohmann auf den Mai 1959 zurück. Schon ein Jahr später ließ er sich zum Oberstadjutant wählen, 1968 stieg er zum Oberst auf. Die Kommandos und die schneidige Art des Vortrags – das musste ihm sein Hauptmann erst beibringen. „Ich war ja nie Soldat“, berichtet Lohmann. Dafür kannte er sich bestens mit Pferden aus, ein absolutes Muss für den Oberst, der inzwischen längst nicht mehr auf dem Pferderücken sitzt. „Ich habe zwar nie reiten gelernt, aber ich bin mit Pferden aufgewachsen“, nennt Lohmann seine allerbesten Voraussetzungen für das Amt. „Manchmal war es gar nicht so einfach, das Tier im Zaum zu halten, wenn viele Leute drum herum standen und die Unruhe groß war“, berichtet Lohmann. Und wenn die Musikanten dann noch ordentlich auf die Pauke hauten, konnte es mit den Pferden schon mal schwierig werden. „Ich habe auch brenzlige Situationen erlebt“, gibt Lohmann zu. „Aber abgeworfen worden bin ich nie“, lacht er.

Von 1995 bis 2004 hat sich August Lohmann noch als stellvertretender Oberst für den Einsatz bereit gehalten, dann trat er nach 35 Jahren direkter Vorstandsarbeit aus der Führungsriege zurück. Viel Lob hat er für „die jungen Leute“, die heute in der Verantwortung sind. „Die machen das gut“, sagt er. Den Schützenverein hält der Ehrenoberst für eine wichtige Institution in Aulendorf: „Das Schützenfest hält das Dorf zusammen“, findet er. „Da kann man alte Bekanntschaften auffrischen und neue knüpfen.“ Eine schöne Devise fürs Wochenende.

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