Billerbeck
Gespenstisches Treiben im Weihgarten

Billerbeck. Im Sommer wird es gespenstisch im Weihgarten. Wenn die Turmuhr des Eulenberger Rathauses Mitternacht schlägt, huscht ein kleines schneeweißes Wesen flugs über die Zinnen der Burg. Mit Otfried Preußlers zauberhafter Geschichte „Das kleine Gespenst“ steht ein absoluter Klassiker der Kinderliteratur auf dem Programm der Freilichtbühne.

Dienstag, 21.05.2019, 15:24 Uhr
Billerbeck: Gespenstisches Treiben im Weihgarten
Die Freilichtbühne Billerbeck spielt Otfried Preußlers Geschichte vom kleine Gespenst. Foto: Ursula Hoffmann

Unter der Regie von Bianca Grzanowski probt ein großes Ensemble, in dem viele Neulinge die erste Bühnenluft schnuppern. Dabei geht es hinter der Bühne genauso spannend zu wie vor den Kulissen, erzählt sie schmunzelnd. Denn die vielen Darsteller müssen oft in Sekundenschnelle den Charakter wechseln und in neue Rollen schlüpfen. Das wird jetzt in der Premierenwoche passgenau zusammengefügt, damit die kleinen und großen Zuschauer ein tolles Kinderstück erleben.

Das kleine Gespenst bewohnt eine Truhe im Ratssaal. Es ist sehr gutmütig, aber überaktiv und ziemlich durchgeknallt. Weil es langweilig ist, allein zu geistern, holt es jede Nacht die prächtig ausstaffierten Damen und Herren des Barock aus den Bildern, die den Ratssaal schmücken. Eine schmucke Gesellschaft, die aber auch so ihre Probleme hat. Der Burggraf Georg Kasimir liebt gutes Essen und Bier, in seinem Bild gibt es leider nur Obst und ein einziges Glas Wein für alle. Für Abwechslung sorgt der coole Uhu Schuhu, der sich im Nachtleben bestens auskennt. Aber es sind immer die gleichen, mit denen das kleine Gespenst seine Zeit verbringt und es möchte sich so gerne mit den Schulkindern anfreunden. Die bereiten sich mit der ganzen Stadt auf die Festspiele anlässlich des Sieges über die Schweden vor 300 Jahren vor. Wie es tatsächlich dazu kommt, dass das kleine Gespenst auch am Tag geistern kann, dabei spielen Uhren eine entscheidende Rolle. Welche, das wird man sehen.

Die 13-jährige Emilia Alexander spielt das kleine Gespenst. „Die Rolle ist schwierig, aber auch sehr interessant“, erzählt sie. Denn das schwebend leichtfüßige Wesen wechselt schnell die Stimmung, weil, so erklärt Emilia, „in dem kleinen Körper nur Platz für eine Stimmung ist.“ Freuen darf sich das Publikum auch auf einige perfekt auf das Geschehen abgestimmte, von Grzanowski geschriebene Lieder. So singt das kleine Gespenst fröhlich vom um die Türme fliegen, ein Swing beschreibt den eingebildeten Bürgermeister und die Markweiber haben ein Tratschlied. Die Osnabrücker Musical-Darstellerin Gisa Wilfahrt hat zu der Musik schöne Choreografien einstudiert. „Die Choreografie für einen so großen Cast hat viel Spaß gemacht, das wirkt toll auf der Bühne“, freut sie sich. Spannend war für Wilfarth auch, dass sie sich für die Spukgestalten mit Tänzen des Barock beschäftigen musste. Das Publikum darf sich also auf ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Spukspektakel freuen.

 Die Premiere des Stücks „Das kleine Gespenst“ ist am Donnerstag (30. 5.) um 16 Uhr auf der Freilichtbühne im Weihgarten.

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