Billerbeck
Mit vereinten Kräften Windrad errichtet

Billerbeck. Mit vereinten Kräften halten sie die Stahlkonstruktion fest. Muskelkraft ist gefragt, um das sieben Meter hohe Windrad auf der Weitblickwiese zu errichten. Ähnlichkeit hat es ein bisschen mit einer Schützenfeststange. Ein Hänger wird herangeschoben, damit die geknickte Konstruktion darauf abgestützt werden kann. Mit einem Seil und einer Leiter wird es aufgerichtet. Puh – geschafft. Es steht. Mit Schrauben wird alles fixiert.

Mittwoch, 12.06.2019, 13:44 Uhr
Billerbeck: Mit vereinten Kräften Windrad errichtet
Haben das Windrad aufgebaut: (v.l.) Nils Janowski, Mark Heufekes, Chris Reckers und Nico Wiesehoff vom Pictorius-Berufskolleg. Fotos: Stephanie Sieme Foto: az

Eine ganz besondere Veranstaltung steht auf der Weitblickwiese an: das zweitägige Windfest. Es findet anlässlich des „Global Wind Day“ (Tag des Windes) am Freitag (14. 6.) und Samstag (15. 6.) statt. „Windkraft-Kunst“ lautet das Motto der Veranstaltung, die gemeinsam vom Verein „Kinder-, Jugend- und Familienhilfe“, dem Pictorius-Berufskolleg und der Initiative „Campus Sternwarte“ mit verschiedenen Partnern organisiert wird.

Dabei wird die Weitblickwiese zu einem wahren Windpark. Über 120 Windräder werden die Fläche säumen. Kleinere, größere und kunstvoll verzierte. Gebaut von verschiedenen Schulen und Studenten – mit Hilfe des sogenannten Windkoffers, den das Pictorius zur Durchführung von Experimenten zum Thema Windkraft entwickelt hat. Zwölf Schulen haben sich für die Präsentation angemeldet. Aus dem ganzen Münsterland kommen sie. „Von Herne bis Saerbeck“, so Herbert Thesing vom Pictorius. „Alle Jahrgänge ab der vierten Klasse bis hin zu Studenten sind vertreten.“ 350 Schüler und Lehrer werden vor Ort sein. „Das wird ein Spektakel“, sagt Thesing. Studenten aus dem niederländischen Deventer werden mit besonderen Überraschungen erwartet. Eine Jury nimmt Bewertungen vor, alle Schüler dürfen für ihr Lieblingswindrad abstimmen. „Natürlich nicht für ihr eigenes“, betont Thesing. Preisübergabe ist dann bei der Klimaschutzwoche, die der Kreis Coesfeld im September durchführt.

Der Freitag auf der Weitblickwiese ist eine reine Schulveranstaltung. Am Samstag sind dann von 13 bis 18 Uhr alle Interessierten willkommen. Viele Mitmach-Aktionen rund um die Windkraft warten auf die Besucher. Papierflieger können gebastelt werden und die Erbauer sich anschließend im Weitwurf messen. In einem Vorlesezelt kann durch Unterstützung der Bücherschmiede in der passenden Lektüre geblättert werden. Alphornbläser aus Rorup zeigen neben der Akustikband „Capo 3“ ihr Können und wie viel Puste sie benötigen, um ihr Instrument zum Klingen zu bringen. Das Biologische Zentrum des Kreises Coesfeld zeigt, wie Ahornblüten ihre Pollen per Wind verbreiten. Auch Drohnen-Selfies für Familien und Gruppen werden angeboten. Für das leibliche Wohl der Besucher wird auch gesorgt – mit Kaffee und Windbeuteln sowie einem Imbiss.

Die Studierenden des Coesfelder Pictorius-Berufskolleg vom Fachbereich Elektrotechnik haben alle Hände voll zu tun. Die Rotorblätter müssen noch ans Windrad dran. Und die Technik muss auch noch installiert werden. „Drei Kameras mit Nachtsicht erhält es noch“, so Chris Reckers. So ist eine Live-Übertragung von der Weitblickwiese möglich – als eine Art Wetter-Cam. Erst einmal haben aber nur die Pictorius-Studierenden Zugang dazu. Aber es gibt Überlegungen, dass irgendwann jedermann darauf Zugriff hat. Ausgestattet wird das Windrad außerdem noch mit Solarpaneelen. „Damit die geplante Sternwarte darüber mit Strom versorgt wird“, berichtet Ludger Althoff vom Verein „Kinder-, Jugend- und Familienhilfe“ (KJFH), der das zwei Hektar große Bildungsgelände betreibt. Die Sternwarte soll vermutlich aber nicht mehr dieses Jahr errichtet werden.

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