Billerbeck
Regenwasser muss ins richtige Rohr

Billerbeck. Gerade alles fertig und nun wird die Münsterstraße schon wieder aufgerissen, werden sich manche Bürger in den nächsten Tagen verwundert die Augen reiben. Keine Angst, es handelt sich nur um eine Baustelle von höchstens zwei Tagen im Bereich der Hausnummern vier und sechs.

Freitag, 05.07.2019, 12:20 Uhr
Billerbeck: Regenwasser muss ins richtige Rohr
Ein kleine Baustelle wird es noch einmal auf der Münsterstraße geben. Bei Arbeiten an einer Hausinstallation hat sich laut Rainer Hein überraschend herausgestellt, dass teilweise noch Regenwasser von zwei Grundstücken durch ein altes Schmutzwasserrohr abgeleitet wird. Foto: Stephanie Dircks

Warum die frisch gemachte Straße da nun doch noch mal aufgerissen werden muss, erklärt der Leiter des Abwasserwerks auf Anfrage. „Dort hat sich bei Arbeiten an der Hausinstallation überraschend herausgestellt, dass teilweise noch Regenwasser von zwei Grundstücken durch ein altes Schmutzwasserrohr abgeleitet wird“, so Rainer Hein. Daher müsse der Regenwasserkanal noch einmal zugänglich gemacht werden, um das Oberflächenwasser durch ein separates Rohr abzuleiten und richtig anzuschließen.

Sorgen wird dafür Clemens Volmer vom beauftragten Installationsbetrieb, der die Lage aus seiner Sicht bestätigt. „Die Rohrsysteme sind teilweise über Jahrzehnte zusammengewachsen und sehr komplex“, erklärte er. „Das ist manchmal wie eine Wundertüte.“

Wenn die Arbeiten im Bereich der beiden Häuser beendet sind, ist das Fremdwasser-Projektgebiet Nummer 3 (neben Münsterstraße Schmiedestraße, Kurze Straße sowie teilweise Bahnhofstraße) abgeschlossen. Dann folgt jetzt absehbar Anfang kommenden Jahres noch das letzte und vierte Projektgebiet (Lilienbeck, Mühlenstraße), in dem rund ein Jahr lang die notwendige Infrastruktur für getrennte Schmutz- und Regenwasserableitungen geschaffen wird.

So ist sichergestellt, das sogenanntes Fremdwasser (neben Niederschlägen beispielsweis auch Grundwasser) erst gar nicht in die Kläranlage gelangt, wo künftig die Kapazitäten voll und ganz fürs Reinigen des Schmutzwassers genutzt werden können. Sonst wäre ein viel aufwändigerer Ausbau der Klärstufen fällig, dessen Kosten dann auf alle Kanalnutzer umgelegt werden müssten und für diese viel höher zu Buche schlagen würden, versichert Hein.

Wie in den anderen Projektgebieten auch werde das Abwasserwerk die Betroffenen zu einer Anwohnerversammlung einladen, in deren Rahmen umfassend über das Prozedere und die entstehenden Kosten informiert werde. So werden im Vorfeld mittels einer Kanalkamera die Hausanschlüsse untersucht, auch um mögliche Undichtigkeiten festzustellen, die beseitigt werden müssen. Für das Maßnahmenpaket gibt es auch eine Landesförderung, die bei etwa 30 Prozent der Kosten liegt und von der Stadt organisatorisch en bloc für die Antragsteller organisiert wird. Voraussetzung dafür ist allerdings der Dichtigkeits-Nachweis für die Hausanschlüsse.

Hein sagt zu, dass die Stadt die Bürger auch in diesem Projektgebiet intensiv bei der Durchführung unterstützen werde. „Wir passen unsere Leitungen so weit es geht den Bedürfnissen der Anlieger an“, versichert er. Der Termin für die Anwohnerversammlung steht noch nicht fest und wird dann rechtzeitig in der Tagespresse bekannt gegeben.

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