Billerbeck
10 000 Arbeitsplätze für fleißige Bienen

Billerbeck. Es summt und brummt in dem Garten, der sich im Hinterhof des alten Steinbicker-Hauses am Markt befindet. Immer mal wieder klettert eine Biene aus einem kleinen Loch, das im Holzkasten ist, und schwirrt ab. Andere fliegen wieder hinein. Waldemar Hinzmann öffnet eine Klappe. Zum Vorschein kommt eine Art Fenster, hinter dem unzählige Bienen herumkrabbeln. „10 000 sind es“, sagt Imker Peter Deeken. „Damit schaffen wir also 10 000 Arbeitsplätze in Billerbeck“, sagt Waldemar Hinzmann und grinst. Denn die Bienen sind fleißig bei der Arbeit, fliegen von Blüte zu Blüte, sammeln Nektar und Pollen für sich und ihren Nachwuchs, bestäuben beim Pollensammeln gleichzeitig die Pflanzen und sorgen so dafür, dass sie sich weiter vermehren. Mitten in der Stadt.

Freitag, 12.07.2019, 16:22 Uhr
Billerbeck: 10 000 Arbeitsplätze für fleißige Bienen
Ein Obdach für Bienen bieten (v.l.) das Ehepaar Izabela und Waldemar Hinzmann vom gleichnamigen Immobilienbüro – hier mit Lena Neuhaus (Mitarbeiterin bei Immobilien Hinzmann) und Imker Peter Deeken. Fotos: Stephanie Sieme Foto: az

Das Immobilien-Büro Hinzmann beteiligt sich an dem Projekt „Bienen-Obdach ohne Honigernte“, das im März 2018 in Münster gestartet ist. Das Bienenvolk hat sein Obdach im an das Büro angrenzenden Garten gefunden, der der Familie Steinbicker gehört. „Wir haben gesehen, dass deutschlandweit solche Projekte durchgeführt werden“, sagt Izabela Hinzmann. Für sie und ihren Mann war es eine Herzensangelegenheit, bei diesem Projekt mitzumachen. Waldemar Hinzmann ist auf einem Hof mit 60 bis 70 Bienenvölkern groß geworden. Der Nachbar des Ehepaares, Peter Deeken, hat das Projekt zusammen mit Andrea Bergmann und Marita Bestvater entwickelt. „Um Bienen zu unterstützen, muss man nicht im ländlichen Raum leben“, sagt die Immobilienmaklerin. Das gehe auch in der Stadt. Die Nahrung sei hier manchmal vielfältiger als auf dem Land, so Deeken.

Bei „Bienen-Obdach“ geht es nicht um die Honigernte. Das Bienen-Volk nutzt den Honig zur eigenen Nahrung, um gesättigt und gestärkt durch den Herbst und den Winter zukommen. Das Leben und Überleben der Insekten steht im Vordergrund. Es geht um Nachhaltigkeit im Bereich des Natur- und Tierschutzes. Das Bienensterben sei laut Projekt eine der zentralen ökologischen Herausforderungen dieser Zeit. Auch die Bienenkästen werden ganz im Sinne der Nachhaltigkeit aus vorhandenen Holz-Restbeständen gefertigt.

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