Billerbeck
Auf der Suche nach Leben im Wasser

Billerbeck. Aufmerksam nehmen sie die Berkel unter die Lupe. Immer wieder ziehen sie den Kescher durchs Wasser, damit auch ja kein Fisch und kein Egel entkommt. Ausgestattet mit Regenjacke, Gummistiefeln, Sieben, Keschern und vielen Gefäßen trotzen 20 Mädchen und Jungen Freitagnachmittag dem Regen. Sie stehen sowieso mit den Füßen im Berkelwasser, da macht das Wasser von oben auch nur einen kleinen Unterschied. Die Berkelwanderung im Ferienprogramm war eine nasse Angelegenheit, aber dem Spaß tat das keinen Abbruch.

Montag, 12.08.2019, 09:00 Uhr
Billerbeck: Auf der Suche nach Leben im Wasser
Ein besonderer Fund: Aliyah (M.) zeigt eine Mückenlarve, die am Rand der Berkel saß. Das finden auch die anderen Kinder spannend. Fotos: jwa Foto: az

Unter der Leitung von Ursula Lammerding und ihren Helfern Jannis Kock und Ann-Katrin Lammerding erforschten die Kinder die Bewohner der Berkel. Seit elf Jahren findet die Berkelwanderung statt. „Die Kinder erfahren hier Natur und was alles in der Berkel schwimmt“, erzählt Ursula Lammerding, die bis zu ihrer Pensionierung beim Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz gearbeitet hat und sich so sehr gut mit den kleinen Bewohnern der Berkel auskennt. „Zwar kann man anhand dieser Proben spontan nicht die Wasserqualität bestimmen, aber insgesamt ging es der Berkel schon mal schlechter, es hat sich über die Jahre gebessert“, erzählt sie.

In der ersten Wasserprobe krabbelt es schon reichlich. Neugierig beugen sich die Kinder über die Probe und siehe da: Es lebt wirklich vieles in dem Fluss. Mit Pinzetten bewaffnet versuchen die einen nun, die Tiere zu fangen um diese in Gefäße umzusiedeln und mit nach Hause zu nehmen, um sie da freizulassen. Oder sie kommen direkt zu Ursula Lammerding, um sie mit Fragen zu löchern. Lammerding nimmt sich viel Zeit und erklärt einiges: „Egel gibt es auch in der Berkel. Die sind in der Regel ein Anzeichen für nicht so sauberes Wasser.“ Währenddessen geht unten am Wasser schon das Forschen weiter: „Wer fängt die meisten Fische?“, heißt es bei den Jungen. In einem großen Eimer sammeln sie diese und Aliyah hat auf der Suche nach einem Fisch eine Mückenlarve gefunden. „Das ist schon was

Besonderes“, erklärt Lammerding. „Die saß am Rand der Berkel, du kannst die gerne mit nach Hause nehmen und deine eigene Mücke großziehen“, bietet sie an.

Lina ist bereits zum vierten Mal dabei: „Ich finde es spannend, weil mich Gewässer und Tiere interessieren und man hier seine Fragen direkt beantwortet bekommt.“ Finn ist noch auf der Suche nach einem Fisch: „Ich möchte unbedingt einen fangen“, erzählt er. Der Siebenjährige ist zum ersten Mal dabei. „Es macht Spaß, die Berkel zu erforschen, ich habe bis jetzt nur einen Maulwurf mit einem Kescher aus dem Teich meiner Tante gerettet, der ist da reingefallen“, sagt er.

Stolz begutachten die kleinen Forscher ihre Funde. „Ich mikroskopiere die Tiere, wenn ich wieder zu Hause bin“, beschließt Lina und auch die anderen Kinder nehmen die kleinen weißen Döschen mit nach Hause.

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