Billerbeck
Burg-Geheimnissen auf der Spur

Billerbeck. Mitten aus dem Mauerwerk ragt der kleine Teil einer Kugel hervor. „Das ist eine steinerne Kanonenkugel“, sagt Monika Stockmann. „Sie ist aber Fake. So etwas gibt es häufiger bei Adelshäusern.“ Zur Abschreckung. Um Feinden zu symbolisieren, dass es kein Durchkommen gibt. „Dass die Wand zu dick oder verzaubert ist. Zauberei war immer ein gutes Argument“, so die Billerbeckerin und lacht. Schließlich waren die Menschen früher sehr abergläubisch.

Montag, 12.08.2019, 10:02 Uhr
Billerbeck: Burg-Geheimnissen auf der Spur
Laden zu ersten öffentlichen Kolvenburg-Führung ein: (v.l.) Gästeführerin Monika Stockmann, Norma Sukup (Kreis Coesfeld) und Marion Kessens (Touristikmanagerin der Stadt Billerbeck). Foto (2): Stephanie Sieme Foto: az

Die Kolvenburg, Herberge für Kunst und Kultur, sprüht nur so vor Geschichte. Manchmal sind Spuren dieser Geschichte direkt auf den ersten Blick zu sehen, oft braucht es auch einen zweiten oder gar dritten Blick. Kamine, Nischen, Abwasserkanäle sowie eine Vielzahl an Kanten und Brüchen im Mauerwerk. „Da“, sagt Monika Stockmann und zeigt durch einen Busch auf die Burgwand. „Eine Schießscharte.“ Ja, es gibt viel zu entdecken. Und auf Entdeckungsreise in und um die Kolvenburg können Interessierte ab sofort bei Führungen gehen, die vom Kreis Coesfeld und der Stadt Billerbeck gemeinsam angeboten werden. Monika Stockmann, Gästeführerin der Stadt Billerbeck, nimmt Interessierte mit auf eine Zeitreise durch die wechselvolle Geschichte der Burg, die dokumentiert bis ins 13. Jahrhundert zurück reicht. Alle Bauphasen mit Nischen und Türen sind erkennbar. Es geht um die Baugeschichte, um die Bewohner und um Geheimnisse, die die Burg verbirgt. Gemunkelt wird, dass es einen Geheimgang zwischen Kolvenburg und Archidiakonat gibt. „Das ist aber unwahrscheinlich“, so die Gästeführerin. Der Geheimgang hätte unter dem Berkelbett herführen müssen. Und die Burg sei schließlich an dieser Stelle gebaut worden, weil Gewässer und Morast Schutz bieten. Besichtigt wird bei der Führung auch der kathedrahlartige Eichendachstuhl. „Das ist absolute Handwerkskunst aus dem 16. Jahrhundert. Man hat versucht, ihn filigran, aber dennoch stabil zu gestalten“, erzählt Monika Stockmann. „Egal, wie oft man hochgeht, es gibt immer den Wow-Effekt.“

Durch die neue Führung soll die Kolvenburg, in der Lesungen, Kunstausstellungen und Konzerte stattfinden, selbst in den Fokus rücken. „Wir möchten dieses wunderbare Gebäude ins Bewusstsein der Menschen holen“, so Norma Sukup vom Kreis Coesfeld. „Wir freuen uns sehr über diese enge Kooperation“, betont Marion Kessens, Touristikmanagerin der Stadt Billerbeck. „Wir haben jetzt 24 Stadtführungen.“

7 Die erste öffentliche Führung findet am Freitag (16. 8.) ab 16 Uhr statt. Alle Interessierten sind dazu eingeladen. Die Kosten belaufen sich auf fünf Euro pro Person (inklusive Ausstellung). Anmeldungen sind nicht erforderlich. Weitere öffentliche Führungen sind am „Tag des Denkmals“ (8. September) um 11 und 14 Uhr geplant.

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