Billerbeck
Nicht überall flitzen die Daten

Billerbeck. Hat die Deutsche Glasfaser ihren Vertrag mit der Stadt Billerbeck nicht eingehalten? „So weit würde ich nicht gehen wollen“, stellt Axel Kuhlmann (Stadt) klar. Dass das Versorgungsunternehmen, das sich verpflichtet hat, Billerbeck komplett mit Glasfaser auszustatten, aber noch nachbessern muss, ist für Kuhlmann ebenso klar. „Es stehen noch Gespräche mit der Deutschen Glasfaser an, in denen wir gemeinsame Lösungen für die bestehenden Probleme finden wollen“, so Kuhlmann.

Dienstag, 22.10.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 22.10.2019, 11:02 Uhr
Billerbeck: Nicht überall flitzen die Daten
Ein Bild aus dem Sommer 2018. Es zeigt den Glasfaserausbau in der Von-Twickel-Straße. Jetzt steht der Abschluss kurz bevor, es sind aber noch ein paar Probleme bis zum Vollausbau zu lösen. Foto: Archiv

Probleme gibt es gleich mehrere. In einigen Häusern – Beispiel Münsterstraße – ist das Kabel fürs schnelle Internet nicht bis in die Keller gekommen. Kommunikationsprobleme zwischen der Deutschen Glasfaser und der Baufirma nennt Rainer Hein, der Leiter des Abwasserwerks als Grund. Er ist am Rande beteiligt, weil damals gleichzeitig in der Münsterstraße die Kanalsanierung und der barrierefreie Ausbau der Innenstadt erfolgt sind. Auftraggeber an die Baufirma sei die Deutsche Glasfaser gewesen. Zeitnah wird das Kabel in die Häuser gezogen, kündigt er an.

Nicht zufriedenstellend ausgestattet wurden auch einige Mehrfamilienhäuser. Axel Kuhlmann: „Wir hatten die Zusage, dass auch sie so versorgt werden, dass ausreichend Kapazitäten vorhanden sind. Das ist offenbar in einigen Objekten nicht erfolgt“, weiß Kuhlmann – und das ist auch bei der Deutschen Glasfaser bekannt. „Bei einigen Mehrfamilienhäusern befinden wir uns noch in der Abstimmung“, informiert Dennis Slobodian, Sprecher des Unternehmens. Grundsätzlich gebe es „genügend Reserven für eine potenzielle Vollversorgung.“

Ein echter Knackpunkt ist in den Augen aller Beteiligten die Hörsterstraße. Hier können nach aktuellem Stand einige Häuser nicht an die Datenautobahn angeschlossen werden. Der Grund: Die Lage im Untergrund ist kompliziert, sagt Dennis Slobodian, was Rainer Hein bestätigt. Über die komplette Breite der schmalen Hörsterstraße sind Leitungen zahlreicher Versorger verlegt – von einer 10-kv-Hochspannungsleitung über Gas und Wasser bis zum neuen Mischwasserkanal, der vor nicht allzu langer Zeit verlegt worden ist. „Wir haben Sorge, andere Leitungen zu beschädigen, wenn wir hier tätig werden“, erklärt Dennis Slobodian. Er verhehlt aber auch nicht, dass eine aufwändige offene Bauweise, mit der vielleicht eine schonende Installation möglich wäre, sich wirtschaftlich nicht darstellen lässt. „Wenn ein anderer Versorger die Hörsterstraße irgendwann mal aufmachen muss, können wir die Gelegenheit vielleicht nutzen“, erklärt der Unternehmenssprecher. Das habe man gegenüber der Stadt auch so kommuniziert.

Damit ist Axel Kuhlmann noch nicht so ganz zufrieden. „Die hundertprozentige Versorgung des Stadtgebiets ist für uns ein wichtiger Standortfaktor“, so Kuhlmann. „Vor diesem Hintergrund haben wir als Stadt zugesagt, für den Ausbau zu werben und zu gestatten, dass unsere Straßen, Wege und Plätze für die Verlegung des Kabels genutzt werden dürfen.“

Kuhlmann und Slobodian sind zuversichtlich, die offenen Fragen klären zu können. Das Gewerbegebiet Bergstraße muss noch angeschlossen werden – dann steht die Maßnahme vor dem Abschluss. Knapp 1500 Glasfaseranschlüsse lassen dann in Billerbeck die Daten sausen.

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