Billerbeck
Historische Decke nicht erhaltenswert

Billerbeck. Die historische Decke des Ratssaales mit ihren Bemalungen, die bei den derzeit stattfindenden Sanierungsarbeiten freigelegt wurde, konnte nicht erhalten werden. „Zu sehr zerstört“, sagt Jürgen Erfmann vom städtischen Fachbereich Planen und Bauen. Bei Umbauarbeiten in den 70er- und 80er-Jahren sei die Decke zu sehr beschädigt worden. Es sei nicht mehr viel zu retten gewesen. Die Stadtverwaltung hat die Deckenmalerei durch einen Restaurator unter die Lupe nehmen lassen. Nach dessen Gutachten soll die Decke wohl aus dem Ursprungsbaujahr des Rathauses, also 1891, stammen. Aber: Durch die großen Schäden sei sie nicht erhaltenswert. Zu diesem Ergebnis sei laut Stadtverwaltung auch das Amt für Denkmalpflege gekommen.

Freitag, 08.11.2019, 10:46 Uhr
Billerbeck: Historische Decke nicht erhaltenswert
Derzeit finden Elektroarbeiten, wie hier von Philipp Wegener (Elektro Miltrup) durchgeführt, an der neuen Decke im Ratssaal statt. Das kleine Bild zeigt die freigelegte historische Decke mit ihren Bemalungen, die nicht erhalten werden konnte. Fotos: Stephanie Sieme Foto: az

Die Decke, wie auch sämtliche Zwischenböden, sind ausgebaut worden. „Sieben Tonnen sind dabei zusammengekommen“, so Erfmann. Früher seien Asche oder ausgeglimmter Sand in Decken eingebaut worden. Nach 100 Jahren habe sich viel Dreck angesammelt. „Das ist hier eine enorme Staubbelastung“, so Architekt Gereon Rasche, der mit der Sanierung des Ratssaales beauftragt wurde. Neue Decken sind bereits eingebaut, sogar statische Vorkehrungen für künftige Ausbauvorhaben des Dachbodens vorgenommen worden.

Bis zur Dezember-Ratssitzung, wie zuerst angepeilt, wird der Ratssaal laut Stadtverwaltung nicht fertig sein. Die historische Decke mit Gutachten habe zu einer Zeitverzögerung geführt. Denn bis die Entscheidung des Amtes für Denkmalpflege gefallen war, lagen die Sanierungsarbeiten auf Eis. Bislang wird mit den politischen Sitzungen in andere Räumlichkeiten ausgewichen. Die erste Ratssitzung in 2020, Ende Februar, könnte voraussichtlich wieder im Ratssaal stattfinden. Überraschungen gebe es von Tag zu Tag. Wie beispielsweise ein Stahlträger, der im Bereich der Decke entdeckt wurde. „Dann sind adhoc-Entscheidungen gefragt“, so Rasche. Planungen müssten geändert werden.

Die komplette Sanierungsmaßnahme befindet sich noch im Kostenrahmen, so Erfmann. 180 000 Euro hat die Stadt dafür eingeplant. Und es gibt noch allerhand zu tun. In die Decke eingebaut wird jede Menge Technik: ein Lautsprecher für eine bessere Verständlichkeit in der Diskussion. Die Sprachaufnahme soll über ein Deckenmikrofon erfolgen. Dazu gibt es noch ein Stuckprofil mit indirekter Beleuchtung, einen Beamer, eine Induktionsschleife, um Hörbehinderten eine problemlose Verfolgung und Beteiligung an den Sitzungen und Veranstaltungen zu ermöglichen, eine neue Abluftanlage, neue Heizkörper sowie ein neuer Anstrich. Außerdem wird der Parkettboden aufgearbeitet. Für den Raum gibt es auch eine neue Möblierung.

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