Kunstprojekt „Das verschwundene Haus“ am Wochenende an der Loburg
Bildhauer ohne Meißel

Coesfeld. Katharina Veldhues und Gottfried Schumacher verstehen sich als Bildhauer. Bildhauer, die weder Hammer noch Meißel brauchen. Wie das geht? Das wollen die Künstler bei ihrem Projektions-Kunstprojekt „Das verschwundene Haus“ an der Loburg zeigen. Dazu hat sie der Kunstverein Münsterland eingeladen.

Mittwoch, 20.08.2014, 17:02 Uhr

Man meint auf einer Terrasse zu stehen. Doch eigentlich ist es das Fundament des alten Herrenhauses. Genauer gesagt des Teils, der nach dem zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut wurde.

„Wir wollen versteckte Orte zum Kunstwerk machen und damit Erinnerungswelten öffnen“, erklärt Gottfried Schumacher seine Intention. Das alte Gebäude in einer neuen From aufleben lassen – „als Vorstellung.“

Ein versteckter Ort ist die Loburg für Katharina Veldhues und Gottfried Schumacher nicht nur deshalb, weil sie etwas verborgen im Wald liegt. Es ist auch die Geschichte, die nicht jeder kennt. So wurde zum Beispiel auch schon eine Weggabelung in einem Wald, an der im Zweiten Weltkrieg ein Mensch erschossen wurde, zu einem solchen Ort für ein Kunstwerk.

Insgesamt drei Projektionen haben die Licht-Künstler geplant. In den Wald werden alte Ansichten des zerstörten Teils der Loburg projiziert, die sich im Wasser der Gräfte spiegeln. Mit zerbrochenem, buntem Glas oder Mullbinden wird die Wand beleuchtet, die die Verbindung der beiden Gebäude darstellte. Und über die Bäume auf einer Wiese huschen Bilder von lebenden und bereits gestorbenen Menschen, die in irgendeiner Verbindung zur Loburg stehen.

Klingt zunächst nach einer besonderen Dia-Show. Ist es aber nicht. „Die Architektur der Bäume gibt ihr eigenes Leben in die Projektion herein“, sagt Schumacher. So wird das Ganze dreidimensional und zu einer Skulptur aus Licht.

Die Kernfrage bei einem solchen Kunstwerk sei daher, wie sich die Projektion mit der Architektur des Ortes verbinde. „Wir sind immer mit dem Versuch auf die Nase gefallen, im Atelier etwas fertig vorzubereiten.“ Daher würde die Arbeit erst vor Ort abgeschlossen. „Man muss immer damit rechnen, dass einige Materialien dabei sind, die gar nicht funktionieren. Dann nimmt man sie eben raus.“

7 Für die Projektionen am Samstag (23. 8.) und am Sonntag (24. 8.) jeweils ab 21 Uhr gibt es Tickets bei der Sparkasse (Münsterstraße), bei Klostermann, bei Stall Treffpunkt Küche sowie an der Abendkasse. Ein Einführungsvortrag findet Donnerstag (21. 8.) um 19 Uhr im Kunstverein statt.

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