Hochsaison ist in Coesfeld aber erst im Sommer / Ehemalige Synagoge: Neuer Trauraum bereits eingerichtet
20 Jaworte im Wonnemonat Mai

Coesfeld. Heiraten im Wonnemonat Mai – das ist in Coesfeld „eigentlich gar nicht so typisch“. Sagt Standesbeamter Udo Hoppe. Und der muss es wissen. „Die Hochsaison kommt noch. Im Juni, Juli“, berichtet er. „Im Dezember wollen auch immer viele heiraten.“ Jetzt im Mai stehen 20 Termine in Hoppes Kalender. „Im Juni sind es jetzt schon 21“, sagt Hoppe. Eine Erklärung, warum der Wonnemonat zumindest in diesem Jahr für Heiratswillige nicht so richtig taugt: „Der Mai hat viele Brückentage, die für Kurzreisen genutzt werden“, erklärt Hoppe.

Dienstag, 07.05.2013, 17:38 Uhr

Gut angenommen werde der vorübergehende Ortswechsel in die ehemalige Synagoge, weil im Rathaus das Trauzimmer bekanntlich umgebaut wird. „Wir haben ein Fotoalbum vorbereitet, um im Vorfeld mit dem Raum vertraut zu machen.“ Das beseitige anfängliche Skepsis oft, aber zwei Paaren sagte der Raum nicht zu, so dass sie sich nach einem anderen umsahen.

Am 1. Juli geht es in der ehemaligen Synagoge mit den ersten Trauungen los, der neue Raum wurde bereits eingerichtet. Stühle aus dem früheren Ratssaal in der Liebfrauenburg und ein großer Tisch dienen als Möbel. Die Wände weiß gestrichen. Ein paar Blumen sollen den Raum noch schmücken. Hoppe findet, dass ein Trauzimmer eher sachlich sein muss. Schlicht. „Hier wird auch kein Sekt entkorkt – das Feierliche findet später außerhalb des Trauraums statt“.

Nicht viel hält er von Trauungen, wenn sie als öffentliches Event stattfinden. Trauungen im Heißluftballon (bei denen er dann ja auch mitfliegen müsste) – darauf kann er gut verzichten. „In Coesfeld ist das nicht möglich“, sagt er, und das findet er gut so. „Eine Eheschließung sollte zumindest in einem geschlossenen eigens dafür gewidmeten Raum stattfinden“, meint er. Nur in begründeten Ausnahmefällen kommen die Coesfelder Standesbeamten zu den Paaren. Das können traurige Fälle sein. Hoppe hat schon am Sterbebett ein Paar verheiratet. Er erfüllte ihm damit den letzten großen Wunsch.

Und einmal musste er ins Gefängnis. „Der Insasse durfte ja nicht raus.“

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