Notunterkunft für Asylbewerber am Leisweg wird pünktlich hergerichtet sein
Erste Gäste werden heute erwartet

Coesfeld. Nicht einmal eine Zigarettenlänge liegt zwischen dem letzten und dem nächsten Handy-Klingeln. Jürgen Bathe drückt die Kippe aus, lächelt entschuldigend, geht ran. Freundlich und ruhig begegnet er seinem Gesprächspartner, obwohl er seit Tagen im Dauerstress ist. Bei Bathe laufen die Fäden für die Herrichtung der Notunterkunft für Asylbewerber am Leisweg zusammen. Und es gibt viel zu tun, obwohl die baulichen und räumlichen Voraussetzungen im ehemaligen Amt für Arbeitsschutz im Vergleich zu anderen Liegenschaften top sind. Dennoch: Die ehemaligen Amtsstuben zu Schlaf- und Sozialräumen für 100 Menschen umzugestalten, ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Da müssen Betten aufgebaut, eine Küchenzeile montiert, Wasser- und Elektroanschlüsse installiert werden. Nach und nach entstehen in den Bürotrakten im Erd- und Obergeschoss Schlafräume, die jeweils mit maximal vier Personen belegt werden können. Im Obergeschoss wird außerdem ein Speiseraum eingerichtet, im Keller eine Sanitätsstation, Aufenthaltsräume für Betreuer des DRK und für den Sicherheitsdienst, Waschküche, Kleiderkammer und Lagerräume. Außerhalb des Gebäudes stehen bereits Container mit Duschen zur Verfügung.

Samstag, 25.07.2015, 10:44 Uhr

Notunterkunft für Asylbewerber am Leisweg wird pünktlich hergerichtet sein : Erste Gäste werden heute erwartet
Amtsstuben werden zu Schlafräumen: 14 freiwillige Helfer des THW Coesfeld und Dülmen, hier Jan Meyer (r.) mit Jürgen Bathe (l.), halfen gestern beim Aufbau der Betten im ehemaligen Amt für Arbeitsschutz, das in den nächsten Wochen als Notunterkunft für Asylbewerber dient. Foto: ct

Wieder klingelt das Handy, mit dem wohl entscheidenden Anruf des Tages: Die ersten Gäste kommen am heutigen Samstagabend. Gäste. Auf diese Bezeichnung legt Bathe Wert. „Wir wollen damit zum Ausdruck bringen, dass die Menschen, die oft Schreckliches erlebt und enorme Strapazen hinter sich haben, willkommen sind“, sagt der Mann von der Bezirksregierung Münster, der auf umfangreiche Erfahrung in Aufbau und Betreuung von Notunterkünften bzw. Zentralen Unterbringungseinrichtungen zurückgreifen kann. Das hilft ihm, bei allem Stress ruhig zu bleiben. Wie lange die Gäste bleiben, kann Bathe nicht auf den Tag sagen. „Da es sich hier um eine Notunterkunft handelt, werden die Bewohner nicht länger als ein paar Wochen hier bleiben“, so Bathe, der während der Belegung regelmäßig vor Ort sein wird.

Coesfelder, die mit Sachspenden helfen wollen, bittet Jürgen Bathe, diese nicht direkt in der Unterkunft am Leisweg abzugeben. Wer etwa Kleider spenden möchte, sollte diese bei der DRK-Kleiderkammer im Keller der Jakobi-Schule, Franz-Darpe-Straße, abgeben.

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