Anhaltend hohe Nachfrage macht zweite Erweiterung erforderlich / Gebührenerhöhung zum 1. Mai
Ruheforst wächst um fünf Hektar

Coesfeld. Der Ruheforst in Sirksfeld wird erneut erweitert, dieses Mal um eine rund fünf Hektar große Fläche, die sich in nord-westliche Richtung (Richtung Höven) erstreckt. Hintergrund ist die anhaltend hohe Nachfrage nach Grabstätten unterm Blätterdach, wie Försterin Maria Hertle gestern beim Ortstermin erläuterte. „Als der Ruheforst 2007 eröffnet wurde, dachten alle, dass das damals vier Hektar große Areal in etwa zehn Jahren voll belegt sei“, sagt Hertle und lächelt bei dem Gedanken an diese Fehleinschätzung. Schon nach sechs Jahren wurde eine weitere Teilfläche (drei Hektar) bereitgestellt, die laut Hertle inzwischen zu 70 Prozent belegt ist.

Freitag, 15.04.2016, 09:52 Uhr

Anhaltend hohe Nachfrage macht zweite Erweiterung erforderlich / Gebührenerhöhung zum 1. Mai : Ruheforst wächst um fünf Hektar
Foto: ct

Die nächste Erweiterung läuft aktuell. Wege werden angelegt, die Bäume, unter denen eine Urnenbestattung möglich sein soll, werden erfasst und markiert. „Auf einer Teilfläche möchten wir zudem etwas Neues anbieten: Die Bestattung im Wald, der weniger aufgeräumt ist als der übrige Ruheforst, erzählt Hertle, die sicher ist, dass auch dieses Angebot Zuspruch finden wird. „Viele Menschen finden gerade das Unaufgeräumte reizvoll.“ Darüber hinaus bietet die Teilfläche auch einige Nadelbäume: Kiefern, Douglasien, und Fichten, die ansonsten im Ruheforst kaum zu finden sind. Insgesamt stehen im Ruheforst III etwa 450 bis 500 Bäume als so genannte Ruhebiotope zur Verfügung. Jedes Ruhebiotop bietet zwölf Beisetzungsstätten. Einen eigenen Aussegnungsplatz soll es im Ruheforst III vorerst nicht geben. „Bis auf Weiteres soll der Platz im Ruheforst II mitgenutzt werden. Wenn sich allerdings herausstellt, dass diese Lösung nicht praktikabel ist, kann es durchaus sein, dass noch ein dritter Aussegnungsplatz angelegt wird“, erläutert die Försterin, die noch deutlich weiter in die Zukunft plant. Sie hat die nächsten drei Erweiterungen des Ruheforstes, für den insgesamt 27 Hektar zur Verfügung stehen, schon fest im Blick. Bäume werden angepflanzt, damit sie in einigen Jahren eine ordentliche Größe haben. Und die Brombeere wird bekämpft, und zwar ohne Giftspritze, wie Hertel betont.

Die Fachfrau nennt die veränderte Bestattungskultur als Grund für das große Interesse an der Waldbestattung. Viele Menschen möchten die Hinterbliebenen nicht mit zeitaufwändiger und kostenträchtiger Grabpflege belasten und verfügen deshalb, dass sie im Ruheforst beigesetzt werden. Nicht wenige suchten sich schon zu Lebzeiten den Baum aus, unter dem sie einmal ihre letzte Ruhe finden möchten. Alle, die sich derzeit ernsthaft mit dem Gedanken tragen, vorsorglich ein Ruhebiotop zu erwerben, weist Hertle darauf hin, dass ab 1. Mai die Gebühren steigen. Betroffen sind vor allem die Familien- oder Einzelbiotope, bei denen in jeder Wertstufe 500 Euro aufgeschlagen werden. Die aktuelle Gebührenliste und weitere Informationen gibt es im Internet.

0 Am Samstag (16. 4.) wird ab 11 Uhr eine öffentliche Führung durch den Ruheforst angeboten. Anmeldungen hierzu nimmt Maria Hertle, Tel. 840-223, entgegen.

| www.ruheforst-coesfeld.de

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