Modernisierung Schulzentrums wirft in Ausschüssen Fragen auf / Fördermittel fraglich
Kosten und Bezug in der Diskussion

Coesfeld (fs). Eines stellt Beigeordneter Thomas Backes in der gemeinsamen Sitzung von Schul- und Bauausschuss gleich klar: „Wir können jetzt auf Basis dessen, was mit der Schule vereinbart wurde, in die Planungen einsteigen – ohne die Garantie, dass wir es so auch bauen können.“ Die Rede ist von der womöglich 44 Millionen Euro teuren Modernisierung des Schulzentrums mit dem Gymnasium Nepomucenum und der Theodor-Heuss-Realschule. Die Kosten waren jedoch nicht der einzige Grund für die rund einstündige Diskussion.

Freitag, 09.12.2016, 12:47 Uhr

„Es ist schön, wenn man auf Sicht fährt“, lobt Gerrit Tranel (CDU) das geplante „schrittweise Vorgehen“ der Stadt. „Aber wo ist denn der point of no return?“ Dieser sei dann gekommen, wenn der Ausführungsplan stehe, antwortet Backes. „Wenn man dann umdreht, hat man unter Umständen eine Menge Geld versenkt.“ Auch schlägt Tranel vor, die Räume der Martin-Luther-Schule übergangsweise zu nutzen. Ob dies möglich sei, müsse „man sich genau anschauen“, so Schuldezernent Dr. Thomas Robers.

Für Hermann-Josef Peters (Pro Coesfeld) ist das Vorgehen des Landes hinsichtlich der Fördermittel unverständlich. Diese hängen an der Umsetzung des Berkel-Projekts. „Es kann doch nicht sein, dass die Bezirksregierung eine Stadt so noch weiter in die Schuldenfalle treibt“, entrüstet sich Peters. Backes erklärt, dass es außer der Schulpauschale in der Regel überhaupt keine Landesfördermittel für Schulsanierungen gebe. Dies sei in dem Fall aber durch das Engagement beim Berkelprojekt begründet. „Förderfähig ist aber nicht die reine Renovierung, sondern nur das, was man obendrauf packt“, wendet Wolfgang Kraska (FDP) ein. „Wenn wir uns das aber nicht leisten können, wo bleiben dann die Fördermittel?“

Zudem müsse das Schulzentrum für die Fördermittel auch den Quartiersbezug gewährleisten und parallel zum Schulbetrieb Räume für einen außerschulischen Nutzen anbieten. Diese könne auch durch eine Mensa in der gemeinsamen Mitte gegeben sein. Zwar gibt Robers zu, dass ein solcher Quartiersbezug nicht das „pädagogische Optimum“, aber eine „sehr ausgewogene Lösung“ sei. Angela Bülo, Schulleiterin des Nepomucenums, hatte Bedenken geäußert, dass „pädagogische Mittel beschnitten werden“.

Nicht zuletzt wird auch der Neid anderer Schulen, den das Projekt auf sich ziehen könnte, kritisch gesehen. „Wenn wir das bei allen Schulen so umsetzen wollen, haben wir in den kommenden Jahren dauerhaft die Haushaltsicherung vor dem Bauch“, gibt Dieter Goerke (AfC/Familie) zu bedenken. „Auch das Heriburg hat gute Ideen, wie man die Schule attraktiver machen kann“, so Goerke. Dass auch dort Handlungsbedarf besteht, leugnet Backes nicht. | Kommentar

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