Stadt und sechs Unternehmen unterschreiben Kooperationsvertrag / Neue Stelle im Jobcenter bis Ende 2020
Ein Coach für Flüchtlinge und Betriebe

Coesfeld. Im Jobcenter der Stadt Coesfeld gibt es jetzt einen Sozialarbeiter, der speziell für Flüchtlinge zuständig ist. Eduard Nagel kümmert sich als so genannter „Jobcoach“ um Flüchtlinge bei ihrer beruflichen Orientierung und ist außerdem Ansprechpartner für Betriebe. Die Stadt hat die Stelle mit Mitteln aus dem „Leader“-Förderprogramm der EU in Kooperation mit sechs Unternehmen aus Coesfeld eingerichtet.

Mittwoch, 25.01.2017, 11:09 Uhr

Stadt und sechs Unternehmen unterschreiben Kooperationsvertrag / Neue Stelle im Jobcenter bis Ende 2020 : Ein Coach für Flüchtlinge und Betriebe
Unterzeichnen die Kooperation fürs Jobcoaching: Bürgermeister Heinz Öhmann (vorne l.) und Marcello Concilio (Ernsting’s family; r.) und v.l. Bernadette Weiling-Erning (Weiling), Alexander Jaegers (Leader), Laura Goerlich (Stadtwerke), Fenja Buchold (J.W. Ostendorf), Jobcoach Eduard Nagel, Peter Brunsbach (Remondis). Foto: Viola ter Horst

Bürgermeister Heinz Öhmann unterzeichnete mit Vertretern von Ernsting’s family, J.W. Ostendorf, Bio-Weiling, Westfleisch, Remondis und den Stadtwerken einen Kooperationsvertrag . „Andere Firmen sind damit aber auf keinen Fall ausgeschlossen“, betonte Dezernent Dr. Thomas Robers im Pressegespräch. Alle interessierten Unternehmen hätten die Möglichkeit, mit dem Jobcoach Kontakt aufzunehmen, der seinen Arbeitsplatz beim Jobcenter im Stadtschloss an der Bernhard-von-Galen-Straße hat.

Die Idee für das Projekt entstand bereits Ende 2015 in einem Gespräch bei Ernsting’s family. „Als Unternehmer sind wir auch in einer besonderen Verantwortung“, sagte Marcello Concilio von Ernsting’s family.

Das 215 000 Euro-Projekt wird bis Ende 2020 finanziert – mit 125 000 Euro durch das Leader-Programm, 70 000 Euro von den sechs Unternehmen und mit 20 000 Euro von der Stadt Coesfeld .

Der 31-jährige Eduard Nagel studierte in Vechta und sei der Bewerber mit dem besten Hintergrund gewesen, so Öhmann. Er betonte, dass die Stelle im Jobcenter zusätzlich zu den Fallmanagern geschaffen worden sei und andere, besondere Aufgaben beinhalte.

„Es geht darum, Flüchtlinge an die Hand zu nehmen und Kontakte zu Unternehmen herzustellen, um die Bedarfe abzuklären“, erläuterte Öhmann.

Alles, was die Fallmanager im Jobcenter „nicht mehr schaffen und leisten können“, so Fachbereichsleiter Bernd Kasischke.

Möglichst unbürokratisch will Nagel tätig sein, „auch wenn wir als Behörde natürlich Öffnungszeiten haben“, sagte er. Er sei gerade dabei, in Firmen Kontakte aufzubauen.

Flüchtlingen bei der Kotaktaufnahme zu Arbeitgebern helfen, ihnen Praktika und Beschäftigungen vermitteln, bei der Bewerbung helfen und auf Wunsch zu den Gesprächen begleiten zählt zu seinen Aufgaben.

Für Betriebe ist er Ansprechpartner bei Fragestellen zur beruflichen Integration. Er sucht geeignete Bewerber durch den Kontakt zum Jobcenter. Auch über Fördermöglichkeiten informiert er Betriebe.

„Ein guter Weg, um gute Mitarbeiter zu finden“, beurteilte Bernadette Weiling-Erning von der Firma Weiling das Jobcoaching, die sich mehr teilnehmende Unternehmen gewünscht hätte. Laura Goerlich von den Stadtwerken: „Gerade im technischen Bereich suchen wir Nachwuchs.“ Wichtig seien gute Deutschkenntnisse.

Ludger Schulte-Roling von der Flüchtlings-Initiative bewertete das Projekt als einen guten Baustein. „Integration funktioniert nur Schritt für Schritt“, betonte er. Verbunden damit sei ein kultureller Lernprozess, der auch über die Arbeit in den Betrieben stattfinde. Für einen Teil der Flüchtlinge sei es anfangs vielleicht schwer vorstellbar, dass es nicht „einfach irgendwo Arbeit“ gebe, sondern sogar eine geregelte Ausbildung.

7 Kontakt: Eduard Nagel, Tel. 939 2109.

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