Sozial-Ausschuss stimmt für Standort beim Pius / Abt-Molitor-Straße kommt nicht mehr in Betracht
Kita von Haus Hall soll an den Gerlever Weg

Coesfeld (vth). Grünes Licht für den Standort der geplanten Kita von Haus Hall am Gerlever Weg zwischen Pius-Gymnasium und Kloster Annenthal – zumindest vom Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Soziales. Der entschied sich in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit unter Sozialaspekten für den Standort mit elf Ja-Stimmen, einmal Nein (SPD) und einer Enthaltung.

Donnerstag, 11.05.2017, 19:29 Uhr

Der Beschluss für den Standort Abt-Molitor-Straße wurde aufgehoben – Ausschuss und Rat hatten sich einst in der Annahme dafür entschieden, dass dieser die bessere Lösung wäre. Inzwischen aber ist klar, dass der Standort aus raumordnungsrechtlichen Gründen nicht möglich ist, die Bezirksregierung hat klar signalisiert, dass sie da nicht mitspielen würde. Eine Bebauung ist dort generell nicht vorgesehen und wäre nur mit einer Änderung des Regionalplans möglich – dafür würde bei unklarem Ausgang viel Zeit beansprucht.

„Wir haben sehr lange und gründlich bis jetzt mögliche weitere Grundstücke untersucht“, machte Dezernent Dr. Thomas Robers noch einmal deutlich. Doch Fehlanzeige – ein 5000-qm-Grundstück im Osten Coesfelds zu finden, wo der größte Bedarf an Kindergartenplätzen besteht, sei nicht möglich. So kam die Stadtverwaltung wieder zurück zum Standort Gerlever Weg, der bereits zu Anfang schon einmal vorgeschlagen war. „Aus unserer Sicht gibt es keine Alternative dazu“, so Robers.

Dass kein anderes Grundstückmöglich ist – das ist eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass die Kita überhaupt dort realisiert werden kann. Denn das Grundstück liegt bekanntlich in Wasserschutzzone II.

Die beim Kreis Coesfeld angesiedelte Untere Wasserbehörde ist nun im nächsten Schritt am Zuge: Sie muss entscheiden, ob eine Befreiung von den wasserrechtlichen Vorschriften möglich ist. Der Bauherr – Haus Hall – muss dafür weitere Auflagen erfüllen. „Wir als Stadt sind in diesem Punkt raus und entscheiden das nicht“, erläuterte Robers. Wichtig sei aus Sicht der Stadtverwaltung, dass Schritt für Schritt vorgegangen werde, damit in dem Prozess alle Punkte aufgenommen und abgewogen werden können.

Ulrike Fascher begründete für die CDU, dass nach heutigem Kenntnisstand der Gerlever Weg der geeignete Standort sei. Nicole Dicke von Pro Coesfelds fand, die Politik müsse deutlich signalisieren, dass die Kita am Gerlever Weg endlich gebaut werden kann.

Inge Walfort von der SPD wollte hingegen zunächst die wasserrechtlichen Fragen geklärt haben und deswegen auch im Sozialausschuss kein grünes Licht für den Standort Gerlever Weg geben. „Die Kuh ist eben noch nicht vom Eis“, meinte sie in Anspielung auf ein Zitat von Bürgermeister Heinz Öhmann in der AZ. „Das Trinkwasser geht uns vor“ – deswegen stimme sie dagegen.

Ausschussvorsitzender Norbert Hagemann (CDU) wollte zum Schluss der Diskussion eine kurze Stellungnahme abgeben: „Ich habe stets für schnelle Lösungen zur Schaffung weiterer Kita-Plätze gekämpft und votiert“, betonte er. Das gelte insbesondere für den Standort Gerlever Weg, den er für „sehr geeignet“ halte. „Anderslautende Behauptungen entsprechen nicht der Wahrheit“, sagte er.

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