Tragschichten nicht zu erhalten / 440 000 Euro Mehrkosten können jedoch kompensiert werden
Umbau Von-Galen-Straße deutlich teurer

Coesfeld. Voraussichtlich im Herbst soll mit dem Ausbau der Bernhard-von-Galen-Straße begonnen werden. Im Planungsausschuss gab es mit den Stimmen von CDU und SPD mehrheitlich grünes Licht für den ersten Ausbauabschnitt (sieben Ja- und fünf Neinstimmen). Der Rat entscheidet am Donnerstag.

Dienstag, 16.05.2017, 15:17 Uhr

Tragschichten nicht zu erhalten / 440 000 Euro Mehrkosten können jedoch kompensiert werden : Umbau Von-Galen-Straße deutlich teurer
Für den ersten Ausbauabschnitt der Bernhard-von-Galen-Straße gab es im Ausschuss grünes Licht. Es wird zwar teurer, an anderer Stelle spart die Stadt aber deutlich ein. Foto: Viola ter Horst

Der Ausbau wird allerdings teurer als angenommen. Der Grund: die Tragschichten der jetzigen Fahrbahn können nicht erhalten werden. „Das ist Material, das man heute nicht mehr verwendet und als Sondermüll entsorgen muss“, erläuterte Diplomingenieur Matthias Franke vom Planungsbüro SWUP im Fachausschuss. Die Konsequenz: 440 000 Euro Mehrkosten. Allerdings konnte die Stadt nach jetzigem Stand beim Berkel-Projekt im Schlossparkbereich einiges an Geld einsparen. Die Ausschreibungen seien günstig verlaufen, und im Park seien keine Bomben gefunden worden, die entsorgt hätten werden müssen. „678 000 Euro sind es unterm Strich weniger“, rechnete Franke vor. Von daher könne die Stadt mit dem eingesparten Geld den Straßenumbau schmerzlos vornehmen.

Nicht aus Asphalt, sondern aus hellgrauen und dunkelgrauen Betonsteinen sollen künftig Fahrbahn und Fußweg bestehen, eine Rinne soll die Grenze kennzeichnen. Eine zweireihige Baumallee soll die neue Straße zieren, die sich mit dem neu gestalteten Schlosspark optisch verketten und auch Raum für Events bieten soll. „Die Straße sieht jetzt nach den Baumfällungen ja recht kahl aus, das soll so auf keinen Fall bleiben“, verdeutlichte Fachbereichsleiter Ludger Schmitz.

Gegenüber von den Gastronomien-Betrieben sind Aufladestationen für E-Bikes geplant. Die Ampel an der Kreuzung Münsterstraße verschwindet, Zebrastreifen sind aber vorgesehen, auch wenn diese bei der Tempo-30-Zone nicht notwendig wären.

„Hier entsteht tatsächlich etwas Schönes“, lobte Gerrit Tranel von der CDU. Immer wieder mache sich der beauftragte Planer zudem Gedanken, wie das Projekt finanziell in dem vorgegebenen Rahmen bleibe, „damit wir in Coesfeld nicht so etwas wie eine zweite Elbphilharmonie bekommen“. Auch Thomas Stallmeyer von der SPD hatte nichts zu meckern: „Ich fange mit Lob an und höre damit auch auf.“ Der Park habe inzwischen bereits Form angenommen. Die verkehrsrechtlich nicht einfache Frage, wie die Kreuzung Von-Galen-Straße/Münsterstraße gestaltet werden kann, kläre sich zunehmend. „Wir stehen zu dem Projekt und freuen uns darauf“, betonte Stallmeyer. Schön, ja, das fand auch Hermann-Josef Peters von Pro Coesfeld. „Aber wir können uns das nicht leisten.“ Ebenso wenig begeistert zeigte sich Wolfgang Kraska von der FDP, die grundsätzlich das Projekt kritisch sieht. „Wir haben eine funktionierende Straße, die anders werden soll.“ Aus seiner Sicht sollte zudem im Park möglichst ein heimischer Baum als Ersatz für den Silberahorn gepflanzt werden, der nach Pilzbefall gefällt wird. Sein Antrag kam aber nicht durch.

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