L 581: Straßenführung, Schilder und Umweg verunsichern / Freilichtbühne befürchtet Verkehrsprobleme
Verwirrung Richtung Hochmoor

Coesfeld. Upps, auf die linke Straßenseite. Einordnen. Dann aber nicht nach links, sondern geradeaus zur Kreuzung, dann links weiter auf der Rekener Straße/L581 Richtung Freilichtbühne und Industriegebiet.

Freitag, 04.08.2017, 10:52 Uhr

L 581: Straßenführung, Schilder und Umweg verunsichern / Freilichtbühne befürchtet Verkehrsprobleme : Verwirrung Richtung Hochmoor
Kreuzung Rekener Straße, ab hier geht es los: Pfeil links durchgestrichen, Pfeil geradeaus gesperrt, geradeaus linke Seite weiter. Foto: az

Einseitig gesperrt, Einbahnstraße. Einseitig? Moment, geht es nach ein, zwei Kilometer nicht doch wieder rechts weiter? Schlenker? Nein? Und da steht ja auch noch das alte Verkehrsschild. Und als Radfahrer?

Der Durchblick fällt nicht allen Verkehrsteilnehmern leicht, seit es auf der L581 nur noch in Richtung Hochmoor vorangeht. Man kommt zwar zur Freilichtbühne und zum Industriegebiet aus Richtung Coesfeld, zurück von diesen beiden stärker frequentierten Orten nach Coesfeld muss man aber erneut Richtung Hochmoor fahren – bis zur K 54, dort abbiegen, um am Kalksandsteinwerk („Kalki“) entlang bis zur B525 zu fahren und von da nach Coesfeld zu gelangen. Ein riesiger Umweg.

Anlieger sind skeptisch, sie haben mehrfach irritierte Autofahrer beobachtet: „Meiner Mutter ist bereits zwei Mal jemand entgegen gekommen“, berichtet eine Anliegerin. „Am schlimmsten betroffen sind die Anlieger in Flamschen an der Freilichtbühne.“ Nicht nur die Autofahrer scheinen irritiert zu sein. Mitten im abgesperrten Bereich fährt ein Radfahrer. Aufgrund fehlender Kennzeichnungen weiß dieser nicht, wohin.

Auch der schwere Autounfall am Mittwochabend im Einmündungsbereich des Wirtschaftswegs zum Golfplatz könnte damit zu tun haben, dass die Beschilderung verwirrte. Möglich sei dies, zumindest indirekt, so die Polizei auf Nachfrage.

„Wie komme ich denn jetzt zum Industriegebiet“, will ein Autofahrer wissen, als wir die Strecke abfahren. Er hat den Abzweig verpasst, ist in einen Wirtschaftsweg eingebogen, hält nun ratlos am Straßenrand. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als den „Bogen“ über Kalki und B525 zu nehmen.

Kritische Töne auch vonseiten der Freilichtbühne, die sich Sorgen darüber macht, ob insbesondere nach den Aufführungen der Verkehr gefahrlos abfließt. „Es sind dann ja sehr viele Autofahrer auf einmal unterwegs“, sagt Pressesprecher Sascha Kappel. „Wir rechnen durch die Einbahnstraße und die schlechten Wegfahrmöglichkeiten mit Verkehrsproblemen.“ Jetzt am Wochenende ist Musicalnight auf der Freilichtbühne in Flamschen – ein besonderes Event, das zahlreiche Besucher anzieht – und außerdem steht der Start nach der Sommerpause bevor. Insbesondere für Auswärtige sei der lange Umweg Richtung Hochmoor vielleicht nicht nachvollziehbar. „Es kommen ganze Busladungen an Besuchern“, erläutert Kappel die Verkehrssituation. Die Freilichtbühne befürchtet Einbußen bei den Zuschauerzahlen, wenn Besucher verärgert über die Situation sind. „Über soziale Medien spricht sich das ja schnell rum“, so Kappel.

Der zuständige Landesbetrieb Straßenbau NRW erkennt kein verstärktes Gefährdungspotenzial. „Wir haben extra noch einmal nachgerüstet“, sagt Georg Wiebringhaus. „Aus unserer Sicht ist die Beschilderung eindeutig.“ An allen Wirtschaftswegen seien entsprechende Schilder installiert worden, damit Autofahrer nicht verkehrt herum die Einbahnstraße nutzen. An verschiedenen Stellen sei die Fahrbahn noch extra gesichert worden – so sei ein Erdhaufen aufgetürmt worden, damit die Straßenseite tatsächlich nicht benutzt werden kann. Zudem gelte Höchstgeschwindigkeit 30 km/h. „Wir werden die Lage aber trotzdem noch einmal prüfen“, sichert Wiebringhaus gegenüber unserer Zeitung zu. Den Verkehr über Wirtschaftswege umzuleiten – etwa von der Freilichtbühne aus zurück nach Coesfeld – sei jedoch nicht möglich. „Das dürfen wir aus rechtlichen Gründen nicht“, so Wiebringhaus. Umleitungen müssten über klassifizierte Straßen führen, und das seien Wirtschaftswege nicht.

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