Bernhard-von-Galen-Straße: Stadt geht von vier bis sechs zusätzlichen Monaten aus / Neue Sperrungen
Bodenfunde verzögern Bauarbeiten

Coesfeld. Alles dauert länger: Durch die archäologischen Aktivitäten in der Bernhard-von-Galen-Straße verzögern sich die Bauarbeiten nach jetzigem Stand um vier bis sechs Monate. Diese Einschätzung gab Beigeordneter Thomas Backes im Rat bekannt.

Samstag, 11.11.2017, 14:19 Uhr

Bernhard-von-Galen-Straße: Stadt geht von vier bis sechs zusätzlichen Monaten aus / Neue Sperrungen: Bodenfunde verzögern Bauarbeiten
Früher war hier keine Bernhard-von-Galen-Straße, der Bereich gehörte zum damaligen Hof des Schlosses. Durch die archäologischen Aktivitäten verzögern sich die Bauarbeiten um vier bis sechs Monate. Foto: Viola ter Horst

„Wir erwägen jetzt, den Ablauf der Baumaßnahmen umzustellen“, so Backes. „Eventuell wird die Straße vorübergehend komplett gesperrt, eine Zufahrt zur Marktgarage wäre dann für kurze Zeit nicht möglich.“ An einer konkreten Lösung arbeitet die Stadt noch.

Die Vermutung der Denkmalschützer vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), dass im Erdreich zwischen Kirche und Schloss noch eine Menge Altes liegt, hat sich bestätigt. Sie stießen auf einen Brunnen, Fundamentreste, Scherben und Pflaster von früher (wir berichteten). „Das muss alles vermessen, dokumentiert und kartiert werden“, erläuterte Backes. Und das koste Zeit. Die bisherigen Funde seien jedoch nicht so spektakulär, dass über eine Ausstellung in Coesfeld nachgedacht werde.

Entdeckt haben die Experten auch den früheren Verlauf der Berkel, die im Bereich der Bernhard-von-Galen-Straße einmal floss.

Die Straße ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, zuvor gehörte das Gebiet zum Hof des alten Schlosses. Von daher bot sich damals ein ganz anderes Bild in dem Bereich der jetzigen Straße.

„Das Denkmalschutzgesetz wurde 2013 geändert. Seitdem kommt bereits vermuteten Bodendenkmälern Denkmalqualität zu“, erläuterte Backes die Hintergründe. Im Klartext: Wird ein Bodendenkmal vermutet, muss der Bereich vor einer Baumaßnahme wissenschaftlich untersucht werden.

Und wer bezahlt? Der Bauherr, antwortete Backes. In dem Fall also: die Stadt. Die zusätzlichen Kosten könnten sich auf 80 000 bis 100 000 Euro belaufen. Bis jetzt sind es laut Backes bereits 30 000 Euro, die Baustillstandskosten für die beauftragte Baufirma noch nicht eingerechnet.

Weil sowieso die Straße länger offen bleiben muss, hätten sich die Stadtwerke entschlossen, dort nun sämtliche Leitungen für die Wasser- und Stromversorgung zu erneuern, berichtete Backes weiter im Rat.

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