Stadt und Landesbetrieb Wald und Holz warnen vor Gefahren / Versicherer und Bauhof arbeiten auf Hochtouren
Lebensgefahr in örtlichen Wäldern

coesfeld. Es ist eine Warnung, die sich in fünf Worten zusammenfassen lässt: „Im Wald droht derzeit Lebensgefahr.“ Darauf weisen die Stadt Coesfeld sowie der Landesbetrieb Wald und Holz nach dem Sturmtief „Friederike“ unisono hin.

Donnerstag, 25.01.2018, 06:00 Uhr

Stadt und Landesbetrieb Wald und Holz warnen vor Gefahren / Versicherer und Bauhof arbeiten auf Hochtouren: Lebensgefahr in örtlichen Wäldern
Der Bauhof hat nach Orkantief „Friederike“ am vergangenen Donnerstag immer noch alle Hände voll zu tun, um die Schäden zu beseitigen – so wie hier an der Daruper Straße. Foto: Ulrike Deusch

„Wir haben das allgemeine Waldbetretungsrecht zum Zwecke der Erholung ausgesetzt“, erklärt Holger-Karsten Raguse. „Und wir warnen ganz eindringlich davor, den Wald zu betreten“, sagt der Pressesprecher des Landesbetriebs Wald und Holz. Dies nicht etwa, weil Wanderer bei Aufräumarbeiten stören könnten, sondern „nach erster Einschätzung Gefahr für Leib und Leben besteht“, warnt Raguse. Streng genommen handele es sich dabei sogar um ein Verbot, das bei Nichtbeachten mit Bußgeldern geahndet werden könne. Das wäre allerdings nur das letzte Mittel gegen Unbelehrbare. Ansonsten appelliere man an den gesunden Menschenverstand der Bürger. Denn die Hauptgefahr liege der derzeit in hängenden Ästen und Anbrüchen in den Baumkronen, auf die Wanderer natürlich nicht immer achten. Zudem wolle man die Waldbesitzer mit dieser Warnung rechtlich stärken und ihnen die Möglichkeit geben, Schäden zu beseitigen. Die Warnung gelte noch mindestens bis Ende des Monats, wahrscheinlich auch noch darüber hinaus. „Wir sind aber bemüht, die Wanderwege baldmöglichst wieder zu öffnen.“

Der Bauhof der Stadt Coesfeld sei derzeit noch mitten in den Aufräumarbeiten, wie Pressesprecherin Andrea Zirkel erklärt. „Es werden nach wie vor aber immer noch wieder neue Schäden festgestellt.“ So müsse je eine Kastanie an der Daruper Straße sowie am Gerlever Weg gefällt werden. Auch zwei Zuckerahorn-Bäume am Haugen Kamp seien nicht mehr zu retten. Zwar sei in Sirksfeld die Verlängerung des Napoleonswegs Richtung Kreisstraße immer noch gesperrt. Die Zufahrt zum Ruheforst sei laut Zirkel aber wieder frei. Und noch eine gute Nachricht. Auch der Schulbus 674 könne wieder in Sirksfeld zwischen den Haltestellen Forsthaus und Bücker verkehren.

Nicht nur die Stadt, auch die Versicherer sind mit der Erfassung der Schäden noch nicht abschließend durch. „Coesfeld gehört auf jeden Fall zu den stärker betroffenen Kreisen“, sagt Jörg Brokkötter von der Provinzial. Auch dort trudelten noch täglich zig Schadensmeldungen ein. „Es dauert wohl noch bis nächste Woche, bis wir eine Bilanz ziehen können.“ Vorläufige Zahlen präsentierte hingegen Carsten Pribyl von der LVM: „Bis Dienstag sind bei uns für die Stadt Coesfeld 110 Schadensmeldungen mit einem Aufwand von rund 100 000 Euro eingegangen“, berichtet der Pressesprecher der Versicherung.

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