eCommerce-Experte Marcus Diekmann Mittwoch auf Pro7 zu sehen / Ehrlichkeit und Transparenz wichtig
Bei Galileo über Mondpreise aufklären

Coesfeld. Jubiläums-Sale, Sommer-Sale, Alles-muss-raus-Sale – „Man hat den Eindruck, als ob die ganze Welt nur noch ,Sale’ ist“, sagt Marcus Diekmann. Und der Coesfelder muss es wissen. Als Geschäftsleiter von Matratzen Concord und Gründer von Shopmacher kennt Diekmann den Spagat zwischen eCommerce und dem stationären Handel. Ein Grund, warum das Wissenschaftsmagazin Galileo auf den eCommerce-Experten zugekommen ist. Am Mittwoch (21. 2., ab 19.05 Uhr) klärt Diekmann über die Preispolitik vor allem in der Möbel- und Elektronikbranche auf.

Dienstag, 20.02.2018, 06:42 Uhr

eCommerce-Experte Marcus Diekmann Mittwoch auf Pro7 zu sehen / Ehrlichkeit und Transparenz wichtig: Bei Galileo über Mondpreise aufklären
Marcus Diekmann ist Geschäftsleiter von Matratzen Concord und Gründer von Shopmacher. Er kennt sich im stationären wie im Online-Handel aus und tritt nun bei Galileo auf. Foto: Simon Thon

Dass vor allem in den beiden genannten Branchen eine regelrechte „Rabattitis“ herrsche, sei der Vergangenheit geschuldet. „Von den 70ern bis in die 90er-Jahre gab es die unverbindliche Preisempfehlung. Das gibt es heute kaum noch“, erklärt Diekmann. Ketten wie auch Matratzen Concord hätten ihre Strukturen so verschlankt, dass sie sich von der UVP gelöst hätten. „Der Kampf um den Kunden ist vor allem bei Produkten, die ich mir nur alle paar Jahre kaufe, größer geworden“, weiß Diekmann. Dann kam auch noch das Internet dazu. „Wenn man auf Amazon schaut, findet man dort nur noch Streichpreise“, hat Diekmann beobachtet. Streichpreise, das sind die Preise nach der Rabattierung.

Bei Galileo gibt Diekmann Tipps, wie man Schwarzpreise und Mondpreise erkennt. „Der Schwarzpreis ist das, wofür das Produkt ursprünglich angeboten wurde“, erläutert der Experte. „Wenn man nun einen Rabatt anbietet, muss das Produkt zu diesem Schwarzpreis mal verkauft worden sein, sonst haben wir einen Mondpreis“, sagt Diekmann und nennt ein Beispiel: „Meine Frau hat in einem Möbelhaus ein Fondue-Gerät gekauft, das von 200 auf 99 Euro heruntergesetzt war“, schildert Diekmann. „Später hat sie im Internet herausgefunden, dass das Gerät zum normalen Preis überall für 99 Euro angeboten wurde.“ Der Kampf gegen den Online-Handel gebe den stationären Geschäften „nicht das Recht, zu mogeln“, so Diekmann, der Verbrauchern grundsätzlich rät, sich im Internet über die Preise zu informieren. „Durch das Internet ist eine ganz neue Transparenz entstanden.“

Dem stationären Handel rät er ebenso zu dieser Transparenz. Gleichwohl müsse der Verbraucher beachten, dass der stationäre Handel gerade bei investiven Gütern, die beratungsintensiv sind, einen Service-Vorteil hat.

Für Diekmann, der nach eigenen Angaben schon über 150 Vorträge zum Thema gehalten hat, war der insgesamt einminütige Auftritt vor der Kamera schon eine Herausforderung. „Man hat wenig Zeit, das Thema auf den Punkt zu bringen.“ Ob es ihm gelungen ist – davon können sich die Zuschauer am Mittwoch selbst ein Bild machen.

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