Moritz Hentz tritt vor 180 Zuhörern im Konzert Theater auf / Zum Abschluss eine Fender als Präsent
„Gitarrenabitur“ bestanden

Coesfeld. Moritz Hentz kommt auf die Bühne im Konzert Theater und hängt sein Sakko über die Stuhllehne. Er greift nach seiner Gitarre und beschreibt mit den Klängen die romantische spanische Region nach einer Komposition von Issac Albèniz. Filigran bewegen sich seine Finger über die Saiten. Jutta Wenzlaff, sie hat den 18-Jährigen gemeinsam mit Edgar Schicht als Gitarrenlehrerin in der Musikschule begleitet, erläutert: „Die klassischen Kompositionen erfordern viel Disziplin.“ Es ist die Kunst, nach Noten zu spielen. Eine Improvisation ist nicht erwünscht.

Dienstag, 20.02.2018, 18:16 Uhr

Moritz Hentz tritt vor 180 Zuhörern im Konzert Theater auf / Zum Abschluss eine Fender als Präsent: „Gitarrenabitur“ bestanden
Moritz Hentz (kniend Mitte) machte mit seinen Freunden und Wegbegleitern sein „Gitarrenabitur“ im Konzert Theater. Besonderen Dank richtete er an die Musikschullehrer Jutta Wenzlaff (vorne links) und Edgar Schicht (hinten links). Foto: hlm

Neun Jahre ist Hentz mit viel Elan dabei. „Mein Grundschul- und späterer Musikschullehrer Schicht hat seinen Unterricht zur Einstimmung mit Gitarrenmusik begonnen. Da hat es mich gepackt“, erinnert sich der junge Mann im Abiturjahrgang über seinen Zugang zur Musik. Sein Vorbild: Tommy Emmanuel.

Hentz' Vielseitigkeit an der Gitarre erleben die 180 Zuhörer im kleinen Saal des Konzert Theaters. Ob als Solo, im Duett oder Ensemble mit Violine, Cello oder Gitarren. Ob klassischer Musikstil, Rock, Jazz oder Pop. Harmonisch fügt er sich der Situation und verbreitet die passende Atmosphäre. Auch auf seinen nicht gerade favorisierten Stil, den Barock, lässt er sich ein und erntet Begeisterung im Publikum. Das beweist er mit „La Catedral“ des paraguayischen Gitarrenkomponisten Agustín Barrios Mangoré. Hentz führt mit seiner Gitarre die Zuhörer regelrecht durch eine christliche Messe.

„Das Gitarrenabitur gibt es nicht als Prüfungsfach“, flüstert Musikschulleiterin Wenzlaff. Es war der Titel eines Gitarrenkonzertes auf einem Plakat. „Das will ich machen“, kam der Schüler mit vollem Elan vor fünf Jahren in die Musikschule. Akribisch und mit Begeisterung ließ Hentz von seinem Ziel nicht ab. Das Ergebnis seiner Arbeit präsentiert er mit seinen Freunden auf der Bühne.

Am Ende des Abends konnte es für den jungen Gitarristen nur eines geben: „Gitarrenabitur bestanden!“ Hentz lässt es sich nicht nehmen. Er dankt seiner Musikschullehrerin mit einem großen Strauß Blumen und vergisst auch seine Wegbegleitern und Eltern nicht. Rüdiger Kaiser, ein Freund und Arbeitskollege von Moritz Hentz’ Vater, hat noch ein spezielles Präsent: eine umgestaltete Fender. Auf dem Schlagbrett dieser E-Gitarre glänzt ein Abbild des Plattencovers von Eric Claptons „All Layla“. Die Freunde in Hentz’ Gesicht ist unübertroffen. Berufsmusiker will er nicht werden. Jetzt startet er durch für sein Abitur. Im Anschluss geht es an die Uni zum Lehramtsstudium. Musik macht er weiter. Als Hobby – und vielleicht später noch als Musikschullehrer.

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