Auch ein Protestant und eine Muslima stehen in der Jakobikirche am Mikrofon / Start am 6. März
Laien predigen über den Frieden

Coesfeld. Schon seit 2003 existiert die Laienpredigtreihe zur Fastenzeit in der Jakobi-Kirche, aber das hat es in all den Jahren noch nicht gegeben: Ein protestantischer Christ und eine Muslima gehören dieses Mal zu den Predigern: Detlef Scherle, Presbyter in der Evangelischen Gemeinde und Redakteur dieser Zeitung, wird die Reihe am 6. März eröffnen, Majda Mchiche vom Fachdienst Integration und Migratention des Kreis-Caritasverbands wird sie gemeinsam mit Vinzenz Mersmann, Leiter des Fachdienstes Gemeindecaritas, am 20. März beschließen. Dazwischen, am 13. März, spricht Heinz-Josef Holthaus, den viele als ehemaligen Lehrer am St.-Pius-Gymnasium und Chorleiter und Organist in Maria Frieden kennen.

Dienstag, 27.02.2018, 10:02 Uhr

Auch ein Protestant und eine Muslima stehen in der Jakobikirche am Mikrofon / Start am 6. März: Laien predigen über den Frieden
Laden zu den Laienpredigten ein: (v.l.) Rainer Sentis, Regina Lütkenhaus und Marianne Fleige vom Arbeitskreis „Glaube und Leben“ der Pfarrgemeinde St. Lamberti. Zum AK gehören auch: Elisabeth Burhoff, Doris Klix, Dr. Markus Dreck und Pastor Franz Westerkamp. Foto: Ulrike Deusch

Sie alle sprechen aus ihrer jeweiligen Perspektive, mit ihren verschiedenen beruflichen Erfahrungen und aus unterschiedlichen Lebensumfeldern über ein Wort aus dem biblischen Psalm 34,15 des Alten Testaments „Suche Frieden – und jage ihm nach“. Natürlich ist es kein Zufall, dass das Thema das Leitwort des Deutschen Katholikentags im Mai in Münster aufnimmt: „Suche Frieden“, berichtet Regina Lütkenhaus vom Arbeitskreis „Glaube und Leben“ der Pfarrgemeinde St. Lamberti, der für die Predigtreihe verantwortlich zeichnet. „Wir sind aber unabhängig davon auch der Ansicht, dass das Thema Frieden bei den Menschen im Moment angesichts der politischen Situation in der Welt sehr aktuell ist“, ergänzt Rainer Sentis.

Trotzdem sind die Prediger völlig frei in ihrer Entscheidung, wie sie das Psalmwort auslegen wollen. „Angesichts der verschiedenen Konfessionen könnte es auch um Ökumene gehen“, sagt Elisabeth Burfhoff. Frieden innerhalb der Gesellschaft oder der eigene innere Friede könnten andere Ansätze der Betrachtung sein.

Gerade das macht den Erfolg der Predigtreihe seit Jahren aus, dass die Laien als einfache Gläubige und nicht als theologische Amtsträger zu den Zuhörern sprechen und dabei auch ein ganz persönliches Glaubenszeugnis ablegen. „Damit haben wir einen neuen Ansatz gefunden für die frühere Tradition der Fastenpredigten, die Geistliche in den Gemeinden von der Kanzel hielten“, erläutert Rainer Sentis. Fast 50 Frauen und Männer, die meisten aus Coesfeld, haben seit Beginn der Reihe schon am Mikrofon gestanden.

Das Konzept der Initiatoren geht jedes Jahr wieder auf. Auch viele Menschen, die der Kirche oder der Gemeinde sonst nicht nahe stehen, kommen zu den Laienpredigten und lassen sich von ihrer Botschaft ansprechen. Meditative Orgelmusik mit Organist Willy Hälker, ein kurzes Gebet oder Lied runden die Abende wie üblich ab.

Die Termin-Übersicht: 0 Dienstag (6. 3.): Detlef Scherle (Presbyter, Redakteur) 0 Dienstag (13. 3.): Heinz-Josef Holthaus (Lehrer) 0 Dienstag (20. 3.): Majda Mchiche / Vinzenz Mersmann (Fachdienst Integration und Migration des Kreis-Caritasverbands) Jeweils um 19 Uhr in der St.-Jakobi-Kirche

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