Coesfeld
Bluesfieber auch noch mit 80 Jahren

Coesfeld. „Ich war einmal mehr dabei“, so Thomas Borgert von der VR-Bank Westmünsterland zu Christian Bleiming am Ende des 20. Blues- & Boogie Festivals. Letztes Jahr war der Pianist verhindert. Er schickte an seiner Stelle den Münsteraner Daniel Paterok. „Der hat mich nicht vertreten, sondern ersetzt“, spricht Bleiming zu den 250 Fans im Kulturforum der Stadtwerke.

Sonntag, 23.09.2018, 19:06 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 23.09.2018, 19:01 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 23.09.2018, 19:06 Uhr
Coesfeld: Bluesfieber auch noch mit 80 Jahren
Volles Haus zum 20. Blues- & Boogie-Festival in den Räumen der Stadtwerke: 250 Fans fanden sich im Kulturforum ein. Foto: az

Mit zwei fetzigen Stücken gibt es ein Warm-up vom Bleiming-Trio mit Amandus Grund (Gitarre) und Peter Samland (Schlagzeug), bevor sein ehemaliger Schüler seine Finger am Klavier positioniert. Ein klassischer Boogie-Woogie folgt im Duett. Gitarrist Grund steht am Rand der Bühne, wippt im Takt der Musik mit und erklärt: „Als Unterhaltungsmusik hat sich der Stil aus dem Blues entwickelt, der nicht so tragend ist, sondern lebhafter.“ Der Sound wirkt auf Muskeltonus und Stimmung. Beine bleiben nicht ruhig. Ein Fan spielt am Stehtisch Luftklavier mit. Paterok bearbeitet das Klavier, dass es auf der Bühne wackelt. Seinem Partner Bleiming rinnen Schweißperlen von der Stirn. Das Publikum ist eingeheizt. Neben der überwiegend älteren Generation fällt die Abiturientin aus Ledgen auf: „Ich lebe mit Musik und bin vielen Stilen offen“, sympathisiert sie. Mit seinen 80 Lenzen schwingt sich zum fünften Mal beim Blues- & Boogie-Festival leger Tommie Harris auf die Bühne und bringt das Bluesfieber mit. Einen Trumpf hat Bleiming im Ärmel, die Neuentdeckung in der Szene: Izi Onslow. Stimmgewaltig ist die zarte Engländerin. Sie erinnert an Bessie Smith. Grunds Klänge aus der Gibson hauchen dem Ganzen noch eine B. B. King-Atmosphäre ein. Das zollt das Publikum mit einem tobenden Applaus und gibt bei vielen die Gewissheit, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. „1997 brachte Bleiming bei der Eröffnung des neuen Stadtwerkegebäudes den Boogie ins Haus. Ein Jahr später gab es das erste Festival“, erinnert sich Pressesprecherin Antje Evers. Stammgast Paul Mauermann begeistert sich: „Das ist das Richtige, um für zwei Stunden zur Ruhe zu kommen.“

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