Coesfeld
Kampagne gegen den Moschee-Bau

Coesfeld. „Kein Kommentar“, sagt Sener Bozdere, Vorsitzender des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Coesfeld, mit Blick auf eine Kampagne des Vereins „Bürgerbewegung Pax Europa“ (BPE), der gegen den Moschee-Bau in Coesfeld zu Felde zieht. Flyer, in denen der rechtspopulistische, anti-islamische Verein mit Hauptsitz in Naumburg/Sachsen-Anhalt seine Argumente gegen den Bau der Moschee an der Hansestraße aufführt, fanden zahlreiche Coesfelder in den vergangenen Tagen in ihren Postkästen. Den Flyern beigelegt waren zudem Briefvordrucke an Bürgermeister Heinz Öhmann und die Mitglieder des Stadtrates, in denen sich die Bürger mit ihrer Unterschrift der Forderung der BPE anschließen konnten. 15 Personen haben nach Auskunft der Stadt Coesfeld von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Darüber hinaus sei Öhmann auch persönlich von Coesfeldern angesprochen worden, die den Eindruck hatten, das Schreiben sei eine Umfrage und käme vom Stadtrat, da auf der Rückseite des Vordrucks alle Namen der Ratsmitglieder aufgeführt sind. „Die Stadt Coesfeld hat die Polizei informiert und darum gebeten, zu überprüfen, wie die verteilten Flyer und Vordrucke strafrechtliche zu bewerten sind“, führt Stadtsprecherin Andrea Zirkel aus.

Samstag, 06.10.2018, 09:30 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 05.10.2018, 18:25 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 06.10.2018, 09:30 Uhr
Coesfeld: Kampagne gegen den Moschee-Bau
Der geplante Moschee-Bau in der Nähe des Bahnhofs, hier die Ansicht von der Hansestraße, ruft zum wiederholten Mal die rechtspopulistische Vereinigung „Pax Europa“ auf den Plan, die mit stadtweit verteilten Flyern Stimmung gegen das Projekt macht. Entwurf: Planungsbüro C² Foto: az

Es ist nicht das erste Mal, dass BPE in Coesfeld in Erscheinung tritt. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Moschee-Pläne im August 2016 trat der Verein mittels Flyern an Bürger heran. In jenem Jahr beschloss der Stadtrat die Fläche an der Hansestraße, seit 2015 Eigentum der Stadt Coesfeld – an den Türkisch-Islamischen Kulturverein zu verkaufen, der schon seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem neuen Domizil ist. Dabei sollte das Grundstück zu dem Preis verkauft werden, den die Stadt bei Erwerb der Fläche gezahlt hatte. Voraussetzungen für das Zustandekommen des Kaufvertrags: Die Pläne für das Moschee-Gebäude sollten mit Verwaltung und Rat abgestimmt werden und die Finanzierung des Bauvorhabens gesichert sein. Der erste Punkt ist inzwischen abgehakt: Im Juli gab der Stadtrat grünes Licht für das Gebäude, das nach dem Entwurf des Planungsbüros C² in Marl als heller, zweigeschossiger Putzbau ohne Minarett und ohne Kuppel ausgeführt werden und neben dem Gebetsraum auch einen Versammlungsraum und eine Wohnung für den Imam umfassen soll. Öffentlich wurde mehrfach klar gestellt, dass der Dachverband der nicht unumstrittenen DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion), dem auch der Türkisch-Islamische Kulturverein in Coesfeld untergeordnet ist, keine Mittel für den Moschee-Bau zur Verfügung stellt. Der Verein muss vielmehr die Finanzierung aus eigenen Kräften und mit Hilfe von Spenden aus der Bevölkerung stemmen. Die Stelle des Imam werde aber wie bisher auch durch DITIB besetzt.

Ob die Finanzierung des Moschee-Projekts inzwischen steht und wie der Fahrplan aussieht, auch dazu wollte der Türkisch-Islamische Kulturverein zum jetzigen Zeitpunkt keine näheren Angaben machen. | Kommentar

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