Coesfeld
Im „bunten Gewiggel“ Talente entdecken

Coesfeld. Nur auf dem Hinterrad saust Andreas über den Schulhof der Pestalozzischule. „Gleich geht’s zur Bergwiese. Der große Parcours ist schon anspruchsvoll“, sagt der 15-Jährige. Währenddessen weht der Geruch von Lackfarbe herüber. Ein Blick zur Seite verrät, dass im Eingangsbereich die jungen Graffitikünstler ebenfalls schon unter Anleitung von Oliver Marke zu Werke gehen. „Immer einzelne Striche, nicht hin- und hersprühen“, ruft der Fachmann in die Runde. An der Pestalozzischule dürfen sich die Jugendlichen bei der Kulturwoche in insgesamt 36 Workshops ausprobieren. Bei den Schülern kommt das super an.

Freitag, 12.10.2018, 09:18 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.10.2018, 20:47 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 09:18 Uhr
Coesfeld: Im „bunten Gewiggel“ Talente entdecken
Gefährlich echt sehen die Schuss-, Schnitt- und Brandverletzungen aus, die während der Kulturwoche an der Pestalozzischule im Maske-Workshop „Freaky Faces“ entstehen. „Die Wunden kann man ja bis Halloween so lassen“, meint Schulleiter Lothar Rotherm lachend. Fotos: Florian Schütte Foto: az

„Man sieht ausschließlich zufriedene Gesichter“, strahlt Schulleiter Lothar Rotherm und auch Gabi Kaudewitz von der Stadt freut sich: „Es ist ein buntes Gewiggel und bei dem Wetter kann auch vieles gut draußen stattfinden.“ Ein Video-Team von Schülern hält alles im Bewegtbild fest.

Nach dem Unterricht und dem gemeinsamen Mittagessen im Foyer verteilen sich die Schüler auf die selbst gewählten Workshops. Manche dauern nur einen Tag, andere gehen über drei Tage. Viele externe Angebote sind dabei – wie bei der Tanzschule Falk, das Töpfern im Kunstverein, Papier schöpfen im Stadtmuseum oder auch Bildhauen im Schlosspark (wir berichteten). Finanziert wird das ganze Projekt durch den Kulturrucksack.

Im Computerraum rattern gerade die Nähmaschinen. „Das ist eine Hose, aus der eine Handtasche wird“, erklärt Laura. „So kann man alte Jeans wiederverwerten“, staunt Gabi Kaudewitz.

Im Werkraum stellt Künstler Dirk Wenning mit einigen Jungs Cajons her. „Das sind Kisten mit einem Loch, auf denen man trommeln kann“, sagt Vale, der gerade eine solche Kiste abschleift. „Die Schüler lernen mit Werkzeug umzugehen und die Instrumente können mit denen im Musikfachgeschäft auf jeden Fall mithalten“, meint Wenning.

„Gefährliche“ Schnitt- und Schussverletzungen entstehen im Maske-Workshop „Freaky Faces“. Und ein paar Räume weiter tauchen die Kinder in Fotomontagen per Green Screen in die Welt der Prinzessinnen, Piraten und Jedi-Ritter ein.

In der oberen Etage dringen ungewöhnliche Töne in den Flur. Beatboxer Carlos führt die Schüler humorvoll in diese besondere Musikkunst ein. Jetzt dürfen sie das Ganze das erste Mal am Mikrofon üben. „PTKT PTKT“ „Hammer!“, lobt Carlos.

Das Video-Team ist nun auch im Musikraum angekommen, wo gerade Bandprobe ist. Zu Mark Forsters Hit „Sowieso“ entdecken die Schüler ihre musikalischen Talente – unter anderem auch auf den Cajons. So schließt sich der Kreis. 7 Am Freitag werden die Projektarbeiten in der dritten Stunde Eltern und Interessierten präsentiert.

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