Coesfeld
Kommt ein Koch in die Schule ...

COESFELD. BO-I: Diese Buchstaben wird man sich an der Freiherr-vom-Stein Realschule merken. Sie stehen für Berufs-Orientierung-Inklusion und für eine besondere Projektwoche voller Erfahrungen mit verschiedenen Berufen. Da kamen Köche, Bäcker, Gärtner und eine Tischlerin direkt in die Schule und stellten Schülern der Klassen 8 und 9 ihre Berufe „hautnah“ vor.

Freitag, 12.10.2018, 20:10 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 20:08 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 20:10 Uhr
Coesfeld: Kommt ein Koch in die Schule ...
Bäcker Lars Riering (Mitte) war neben zwei Köchen, zwei Garten- und Landschaftsbauern und einer Tischlerin einer von sechs Praktikern, die den Schülern ihre Berufe vorstellten. Foto: Stadt Coesfeld

Schulsozialarbeiter Niklas Dapper hatte diese neue Projekt-Idee vorbereitet. Er sagt: „Ein Jahr lang liefen die Vorplanungen, der Ideenaustausch und die Suche nach den passenden Handwerksbetrieben, die insbesondere auch für Inklusionsschüler geeignet sind.“ Er findet: „Das Ergebnis kann sich sehen lassen.“

Am ersten Tag erschienen mit Mark Huth (Brauhaus) und Benedikt Freiberger (Restaurant Freiberger) zwei Köche aus Coesfeld in der Schulküche. Zusammen mit den Schülern wurden tolle Gerichte gezaubert. Muskatkürbissuppe mit Ingwer-Sorbet oder selbstgemachte Ravioli mit Spinat-Ricotta-Füllung waren nur einige der Highlights. Neben dem Ergebnis zählte natürlich auch der Arbeitsprozess. Die Schüler lernten eine Menge über den Beruf des Kochs, stellten viele Fragen und bekamen ebenso viele Antworten.

Am zweiten Tag kamen Florian Deiters und Gerrit Ebbing von der Gärtnerei Borgert. In zwei Gruppen ging es direkt an die Arbeit. Auch der einsetzende Regen konnte nicht von der Arbeit abhalten. Eine Gruppe beschäftigte sich mit Pflasterarbeiten im Schulgarten, während die andere Pflanzarbeiten im Innenhof vornahm; beides Tätigkeiten eines Garten- und Landschaftsbauers. Denn um diesen Beruf ging es heute. Am Ende des Tages waren alle etwas durchnässt, aber stolz auf die Ergebnisse.

Donnerstag war der Bäcker Lars Riering (Essmann) zu Gast in der Schule. Neben Brot und Brötchen wurden auch Hefezöpfe, Pudding-teilchen und sogar Stutenkerle gefertigt. Dabei erlebten die Schüler den Weg vom Mischen und Kneten der Zutaten bis zum fertigen Produkt. Begleitet von fachlichen Hinweisen und vielen Tipps auch für zu Hause. Riering war sichtlich angetan vom Ergebnis: „Das könnte auch so in den Verkauf gehen.“ Zufrieden probierten alle ihre Produkte und nahmen neben Erfahrungen in diesem Berufsfeld auch einige Backwaren mit nach Hause.

Zum Abschluss am Freitag kam mit Carolin Roters (Tischlerei Heribert Roters) eine Tischlerin. Sehr zur Freude des Teams war es gelungen, eine junge Frau in diesem doch eher männertypischen Beruf zu finden. Das spiegelte sich dann auch in der Teilnahme wider. Die Gruppe der Mädchen war etwas größer als die Gruppe der Jungen. Zuerst gab es eine Präsentation zu den Tätigkeiten und zur Ausbildung des Tischlers. Im Nebenraum konnten dann auch die entsprechenden Großmaschinen kurz erklärt werden. Danach ging es zum praktischen Teil über. Jeweils eine Gruppe erstellte eine kleine Bank für den Schulhof. Hierbei wurden Tätigkeiten wie Messen, Sägen, Bohren und Schleifen ausprobiert. Die Erfahrungen in diesem Berufsfeld fanden alle „einfach cool“.

Sowohl die Planer, als auch die „Profis“, Schülerinnen und Schüler, waren sich einig: „Das muss wiederholt werden!“ Deshalb werden die Buchstaben BO-I wahrscheinlich ab jetzt jährlich im Kalender der Freiherr-vom-Stein Realschule auftauchen.

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